Zufit Simons The Fight Club feiert raue Premiere in Hannover
Choreografin Zufit Simon feiert am 23. April mit The Fight Club Premiere beim Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover
Mit ihrem neuesten Werk The Fight Club wagt die Choreografin einen kühnen künstlerischen Neuanfang: eine Mischung aus Kampf, maskuliner Energie und ihren markanten, präzisen Bewegungen. Simon, bekannt für ihren intensiven und zugleich scharfsinnigen Stil, prägt seit 25 Jahren die deutsche Tanzszene – seit sie 1980 aus Israel nach Deutschland kam.
Ihre Karriere ist eng mit der unabhängigen Kunstlandschaft Deutschlands verbunden. Jahrelang fand ihre Arbeit Unterstützung in der artblau Tanzwerkstatt von Dietrich Oberländer in Braunschweig. Doch 2016 kürzte das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur die Fördergelder, was die Szene schwächte. Ein weiterer Schlag folgte 2024, als das LOT Theater, eine zentrale Spielstätte, wegen Insolvenz schließen musste.
The Fight Club bricht mit Simons früheren Arbeiten, indem es physische Konfrontation und die Psychologie des Wettbewerbs in den Mittelpunkt stellt. Die Performance fragt danach, was es bedeutet, sich auf ein Spektakel einzulassen, bei dem nur einer als Sieger hervorgehen kann. Das Publikum darf sich auf verwirrende Ebenen und provokante Momente gefasst machen – typisch für Simons künstlerische Handschrift.
Trotz finanzieller Herausforderungen bleibt ihr Einfluss ungebrochen. 2025, mit nur 45 Jahren, erhielt sie den Münchner Tanzpreis für ihr Lebenswerk. Heute pendelt sie zwischen München, Braunschweig und Berlin, arbeitet mit Künstlern im ganzen Land zusammen und hält so ihre Vision am Leben.
Die Premiere von The Fight Club kommt zu einer kritischen Zeit für das unabhängige Theater in Deutschland. Während Förderkürzungen und Spielstätten-Schließungen die Branche verändern, lotet Simon weiterhin Grenzen aus. Das Festival, das am 23. April beginnt, wird zeigen, wie ihr neues, von Konflikt und Körperlichkeit geprägtes Experiment beim Publikum ankommt.






