ZF verkauft seine Fahrerassistenz-Sparte an Samsung-Tochter Harman
Emilia KönigZF verkauft seine Fahrerassistenz-Sparte an Samsung-Tochter Harman - ZF verkauft seine Fahrerassistenz-Sparte an Samsung-Tochter Harman
Samsung-Tochter Harman übernimmt Fahrassistenz-Sparte von ZF
ZF verkauft Geschäfteinheit für Fahrassistenzsysteme an den Samsung-Ableger Harman
Friedrichshafen, 23. Dezember 2025 – Die Samsung-Tochter Harman International Inc. hat die Übernahme der Fahrassistenz-Sparte von ZF Friedrichshafen vereinbart. Der im Dezember 2025 bekannt gegebene Deal hat ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro und steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung. Die Transaktion soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden; rund 3.750 ZF-Mitarbeiter werden im Rahmen des Geschäfts zu Harman wechseln.
ZF Friedrichshafen trennt sich mit dem Verkauf von seinem Bereich für fortschrittliche Fahrassistenzsysteme (ADAS). Der deutsche Automobilzulieferer behält jedoch seine Elektroniksparten für Fahrwerkstechnik, passive Sicherheitssysteme sowie Aktivitäten im Bereich autonomes Fahren für Nutzfahrzeuge.
Der Verkauf erfolgt vor dem Hintergrund erheblicher finanzieller Belastungen bei ZF: Die Schulden des Konzerns lagen Ende September bei über 10,6 Milliarden Euro. Die Erlöse aus dem Deal sollen zur Entlastung der Bilanz beitragen. Gleichzeitig durchläuft das Unternehmen einen umfassenden Umstrukturierungsprozess, der bis Ende 2028 den Abbau von bis zu 14.000 Arbeitsplätzen in Deutschland vorsieht.
Für Harman passt die Übernahme in die Strategie, seine Position im Automobiltechnologie-Sektor auszubauen. Mit dem Abschluss der Transaktion wird das Unternehmen sein Portfolio im Bereich Fahrassistenzsysteme deutlich erweitern, während sich ZF auf die Straffung seiner verbleibenden Geschäftsbereiche konzentriert.
Der Deal markiert einen bedeutenden Wandel für beide Unternehmen: ZF richtet sich neu aus, Harman festigt seine Stellung in den Bereichen Fahrzeugsoftware und Sicherheitssysteme. Die letzte Hürde vor dem geplanten Abschluss im späten Jahr 2026 bleibt die regulatorische Freigabe.