Wolf beißt Frau in Hamburg-Altona – erster Angriff seit 27 Jahren
Wolf greift Frau in Hamburg-Altona an – erster Vorfall seit 1998
Am 30. März 2026 hat ein Wolf in Hamburg-Altona eine Frau angegriffen und ihr ins Gesicht gebissen, als sie versuchte, das Tier aus einem Durchgang mit automatischen Türen zu befreien. Es handelt sich um den ersten dokumentierten Angriff eines wilden Wolfs auf einen Menschen in Deutschland seit 1998. Die Behörden fingen das Tier später ein und brachten es in die Wildtierstation Klövensteen im Stadtteil Rissen.
Der Wolf wurde ohne Betäubung in vorläufige Gefangenschaft genommen. Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Deutschen Jagdverbands (DJV), betonte, dass eine dauerhafte Haltung wildlebender Tiere aus tierschutzrechtlicher Sicht nicht vertretbar sei. Er forderte Politiker auf, über das weitere Schicksal des Wolfs zu entscheiden – entweder eine Euthanasie oder die Freilassung mit einem Peilsender zur Bewegungsüberwachung.
In der Region Hamburg leben derzeit keine wilden Wölfe, doch bundesweit gibt es Stand Oktober 2025 etwa 2.000 Tiere in 219 Rudeln, 43 Paaren und 14 Einzeltieren. Die meisten Wölfe sind in den östlichen und nördlichen Bundesländern angesiedelt. Dammann-Tamke unterstrich, dass Wölfe lernen müssten, Menschen zu meiden, und dass die Entnahme einzelner Tiere das Verhalten ganzer Rudel prägen könne.
Als Beispiel nannte er einen Fall aus dem Jahr 2016 in Niedersachsen, wo ein Wolf namens Kurti wegen weniger aggressiven Verhaltens getötet worden war. Ziel sei es, ein möglichst sicheres Zusammenleben von Menschen, Wölfen und Weidetieren zu gewährleisten.
Der Wolf befindet sich weiterhin in der Anlage Klövensteen, während die Behörden über das weitere Vorgehen beraten. Bei einer Freilassung wären wahrscheinlich Überwachungsmaßnahmen vorgesehen. Der Vorfall hat die Debatte über den Umgang mit Wolfspopulationen und die Vermeidung künftiger Konflikte zwischen Mensch und Wildtier neu entfacht.






