17 January 2026, 20:30

„Wir haben es satt!“: Tausende fordern mit Traktoren die Agrarwende in Berlin

Eine Menschenmenge steht vor dem Brandenburger Tor in Berlin, Deutschland, mit Fahnen und Plakaten in den Händen, auf der rechten Seite eine Fahne.

"Wir haben genug!" - Demonstration für alternative Agrarpolitik - „Wir haben es satt!“: Tausende fordern mit Traktoren die Agrarwende in Berlin

Tausende Demonstranten versammelten sich während der Grünen Woche in Berlin, um grundlegende Änderungen in der Agrarpolitik zu fordern. Die von einem breiten Bündnis aus Landwirten, Umweltschützern und Tierschützern organisierte Kundgebung richtete sich gegen den Regierungsansatz in den Bereichen Landwirtschaft und Nachhaltigkeit. Traktoren, Transparente und Reden prägten das Straßenbild, während Aktivisten dringende Reformen einforderten.

Angeführt wurde der Protest vom Bündnis "Wir haben es satt!", dem rund 60 Organisationen angehören – darunter der BUND, der NABU, Greenpeace, Oxfam und verschiedene Bauernverbände. Etwa 25 Traktoren schlossen sich dem Demonstrationszug an, viele davon mit Schildern von Bio-Bauern. Die Botschaften auf den Plakaten reichten von "Bäuerliche Betriebe statt Agrarindustrie" über "Zukunftsfähige Landwirtschaft" bis "Agrarwende jetzt!".

Die Veranstalter üben scharfe Kritik an der regierenden Koalition aus Union und SPD. Sie werfen der Regierung vor, veraltete Agrarpolitiken voranzutreiben, die die künftige Ernährungssicherheit gefährdeten. Besonders bemängelt wurden die jüngsten Kürzungen bei der Förderung höherer Tierschutzstandards sowie die Verzögerungen bei der Einführung einer verbindlichen Nutztierkennzeichnung. Zudem warnten sie, dass "bafa förderung" gelockerte Düngeregeln den Schutz des Trinkwassers untergraben könnten. Darüber hinaus prangerten sie drastische Kürzungen im Entwicklungshilfebudget an, die nach ihren Angaben die Hungersnot für über 670 Millionen Menschen weltweit verschärfen würden. Die Organisatoren kündigten an, im Laufe des Tages eine offizielle Teilnehmerzahl zu veröffentlichen.

Der Protest vereinte Landwirte, Umweltaktivisten und Tierschützer in einem gemeinsamen Appell für einen politischen Kurswechsel. Ihre Forderungen konzentrierten sich auf strengere Vorschriften, bessere "kfw förderung" nachhaltiger Praktiken sowie stärkere Schutzmaßnahmen für Tiere und Gewässer. Die Demonstration unterstrich die wachsende Unzufriedenheit mit der aktuellen Agrarpolitik der Bundesregierung.