19 April 2026, 08:06

Windenergie-Ausbau in Süddeutschland: 2.000 neue Windräder trotz schwacher Winde geplant

Liniendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Windenergie-Ausbau in Süddeutschland: 2.000 neue Windräder trotz schwacher Winde geplant

Bundesumweltminister Carsten Schneider plant Ausbau der Windenergie in windschwachen Regionen

Bundesumweltminister Carsten Schneider hat Pläne vorgelegt, die Windenergie auf die windärmsten Gebiete Deutschlands auszuweiten. Mit der Initiative soll der Ausbau erneuerbarer Energien in Süddeutschland vorangetrieben werden, wo die Windverhältnisse deutlich schlechter sind als im Norden. Bis 2030 sollen rund 2.000 neue Windräder entstehen und die Stromnetze um 12 Gigawatt Kapazität erweitern.

Der Vorstoß erfolgt im Rahmen des deutschen Wettlaufs um die Klimaziele: Bis 2050 soll der gesamte Strombedarf klimaneutral gedeckt werden, wobei bereits 2030 mindestens 80 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammen sollen. Doch der Fortschritt verläuft ungleich – besonders in südlichen Bundesländern wie Bayern hinkt die Entwicklung hinterher.

In Bayern erreichen die durchschnittlichen Windbedingungen lediglich 55 Prozent auf der Skala des sogenannten Gütfaktors. Über drei Viertel der dortigen Anlagen stehen in windschwachen Gebieten und sind auf hohe Subventionen angewiesen, um wirtschaftlich zu bleiben. Diese staatlichen Zuschüsse, finanziert durch die Steuerzahler, sollen die geringere Energieausbeute in weniger windreichen Regionen ausgleichen.

Schneiders Plan sieht vor, das bestehende Referenzertragsmodell beizubehalten. Dieses System sichert Betreibern in windschwachen Zonen auch dann ausreichende Erträge, wenn die Gewinne sinken. Kritiker warnen jedoch, dass die höheren Kosten im Süden die deutsche Industrie belasten könnten – insbesondere energieintensive Branchen, die bereits mit steigenden Ausgaben kämpfen.

Doch nicht nur die Finanzen bereiten Sorgen: Der Ausbau stockt. Ein Stau bei den Genehmigungen für Windparks hat sich gebildet, da viele Projekte auf die Bewilligung von Fördergeldern warten, bevor mit dem Bau begonnen werden kann. Ohne diese finanziellen Anreize drohen zahlreiche Vorhaben zu scheitern – und damit auch die deutschen Klimaziele für 2030 in Gefahr zu geraten.

Die neuen Ausschreibungen sollen tausende weitere Windräder in Süddeutschland ermöglichen. Zwar halten die Subventionen die Projekte am Laufen, doch die Rechnung zahlt am Ende der Steuerzahler. Die Bundesregierung betont jedoch, dass der Schritt notwendig sei, um den Windenergieausbau bundesweit auszugleichen und die Klimavorgaben für 2030 zu erfüllen.

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