Warum jeder Fünfte in Deutschland über Auswanderung nachdenkt – doch nur wenige gehen

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Ein spärlich besiedeltes Gebiet mit einem Zaun, verstreuten Bäumen und Autos im Hintergrund.

Ein von Fünf Überlegt Auszuwandern - Warum jeder Fünfte in Deutschland über Auswanderung nachdenkt – doch nur wenige gehen

Fast jeder fünfte Mensch in Deutschland hat laut aktuellen Nachrichten bereits über eine Auswanderung nachgedacht. Die offiziellen Zahlen für 2024 zeigen, dass 1,2 Millionen Menschen diesen Schritt tatsächlich vollzogen haben. Doch während viele über einen Wegzug ins Ausland nachdenken, setzen nur wenige diese Überlegungen konkret in die Tat um.

Eine Untersuchung von Migrationsforschern, für die zwischen Sommer 2024 und Sommer 2025 fünfmal 2.933 Personen befragt wurden, ergab, dass 21 Prozent der Befragten zumindest in Erwägung gezogen hatten, Deutschland zu verlassen. Bei Menschen ohne Migrationshintergrund lag dieser Anteil bei 17 Prozent, während 34 Prozent der ersten Generation von Migranten und 37 Prozent ihrer Nachkommen mit dem Gedanken gespielt hatten.

Besonders ausgeprägt war der Wunsch nach Auswanderung bei Menschen mit familiären Wurzeln in der Türkei, dem Nahen Osten und Nordafrika – hier lag der Anteil bei 39 Prozent. Es folgten Befragte mit Bezügen zur ehemaligen Sowjetunion (31 Prozent) sowie Personen mit EU-Hintergrund (28 Prozent). Als häufigster Grund wurde die Hoffnung auf ein besseres Leben genannt, die etwa die Hälfte der Auswanderungswilligen antrieb. Trotz dieser Motivation planten jedoch nur 2 Prozent der Befragten, innerhalb des nächsten Jahres tatsächlich ins Ausland zu ziehen.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ermittelte Mitte 2025 etwas niedrigere Werte: 26 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund hatten über eine Ausreise nachgedacht, doch lediglich 3 Prozent verfolgten konkrete Pläne. Auffällig war, dass die Auswanderungsabsichten unter Migranten und ihren Nachkommen kurz vor der Bundestagswahl im Februar 2025 um etwa zehn Prozentpunkte anstiegen. Die Forscher führten diesen Anstieg auf verschärfte politische und mediale Debatten über Migration und Asyl zurück, darunter strengere Regeln für Schutzsuchende und beschleunigte Rückführungen. Auch Erfahrungen mit Diskriminierung, die Sorge vor rechtlicher Unsicherheit und Diskussionen über Kürzungen bei Sozialleistungen spielten eine Rolle. Gemeinsam schwächten diese Faktoren bei vielen das Gefühl langfristiger Perspektiven und Zugehörigkeit in Deutschland.

Die Daten zeigen eine deutliche Kluft zwischen abstrakten Auswanderungsgedanken und tatsächlichen Wegzügen. Zwar verließen 2024 rund 1,2 Millionen Menschen das Land, doch die meisten, die mit dem Gedanken spielen, setzen ihn nicht um. Politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen – insbesondere im Umfeld von Wahlen – scheinen dabei vor allem bei Menschen mit Migrationshintergrund Einfluss auf die Auswanderungsabsichten zu nehmen.

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