Warum internationale Studierende in Deutschland bessere Jobchancen als Arbeitsmigranten haben
Claudia SeidelWarum internationale Studierende in Deutschland bessere Jobchancen als Arbeitsmigranten haben
Internationale Studierende in Deutschland haben deutlich bessere Jobchancen nach dem Abschluss als Arbeitsmigranten
Eine neue Studie zeigt, dass internationale Studierende in Deutschland weitaus bessere Aussichten auf eine Anstellung haben als Migrantinnen und Migranten, die direkt zur Arbeitsaufnahme einreisen. Entscheidend für ihren Erfolg sind dabei Hochschulerfahrung, Sprachkenntnisse und praxisnahe Berufserfahrungen während des Studiums. Zudem steigt die Tendenz, langfristig im Land zu bleiben.
Besonders hoch sind die Chancen für Absolventinnen und Absolventen, die während des Studiums branchenspezifische Praktika, Praxisarbeiten in Kooperation mit Unternehmen oder fachbezogene Nebenjobs absolvieren. Wer hingegen aus finanzieller Not unspezifische Tätigkeiten ausübt, hat deutlich größere Schwierigkeiten, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Auch Deutschkenntnisse spielen eine zentrale Rolle – selbst wenn die spätere Stelle auf Englisch ausgeübt wird.
Mehr als die Hälfte der internationalen Studierenden in Deutschland belegen MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik), was Hochschulen zu einer wichtigen Quelle für qualifizierte Fachkräfte macht. Dennoch sind nur etwa 15 Prozent der Studiengänge mit verpflichtenden Deutschkursen verknüpft. Wer rund vier Jahre in Deutschland studiert, bevor er oder sie sich auf Stellensuche begibt, hat strukturelle Vorteile gegenüber neu Zugewanderten.
Die Daten offenbaren zudem einen Wandel in der Einstellung zur langfristigen Niederlassung: Internationale Studierende, die über den Hochschulweg nach Deutschland kommen, möchten 1,6-mal häufiger dauerhaft bleiben als andere Zuwandernde. Darüber hinaus entschieden sich 26 Prozent der Befragten, die ursprünglich nur einen temporären Aufenthalt planten, nach dem Berufseinstieg für ein Bleiben in Deutschland.
Aktuell fehlen in Deutschland 148.500 MINT-Fachkräfte. Angesichts des erwarteten Rückgangs der Erwerbsbevölkerung um 1,85 Millionen Menschen in den nächsten zehn Jahren wird es immer wichtiger, qualifizierte Absolventinnen und Absolventen im Land zu halten. Sie finden dreimal häufiger eine Anstellung als Migrantinnen und Migranten, die direkt zur Arbeit einreisen. Ihr Erfolg hängt von praktischer Erfahrung, Sprachkompetenz und der im Land verbrachten Zeit ab. In einem zunehmend angespannten Arbeitsmarkt sind sie damit eine entscheidende Ressource, um Fachkräftelücken zu schließen.







