28 March 2026, 10:07

Warum im Männerfußball noch immer kein Profi als schwul lebt

Ein pinkes Herz mit drei gleich breiten horizontalen Streifen in Pink, Weiß und Rot, die die transgender-Flagge darstellen und die Bedeutung der gleichgeschlechtlichen Ehe symbolisieren.

Warum im Männerfußball noch immer kein Profi als schwul lebt

Homosexualität bleibt im Männer-Profifußball ein kaum thematisiertes Tabu. Während sich in den drei höchsten deutschen Ligen kein aktiver Spieler als schwul geoutet hat, zeigen aktuelle Äußerungen wichtiger Persönlichkeiten, wie sehr die Debatte weiterhin schwelt. Sowohl Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern München, als auch der kürzlich geoutete U19-Trainer Christian Dobrick haben sich offen zu dem Thema geäußert.

Am 24. März 2026 outete sich Christian Dobrick, der 29-jährige U19-Trainer des FC St. Pauli, öffentlich als schwul. Seine Bekanntmachung lenkte die Aufmerksamkeit auf das Fehlen offen queerer Spieler im deutschen Männerfußball. Derzeit hat sich kein einziger aktiver Profi in der Bundesliga, 2. Bundesliga oder 3. Liga als schwul geoutet. Der letzte prominente Fall war der ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger, der sich erst nach seinem Karriereende outete.

Dobrick kritisierte die Kultur im Männer-Profifußball scharf und beschrieb, wie schwule Spieler oft wie "Außerirdische" behandelt würden. Seine Worte spiegeln Forderungen von Fangruppen wider, die mehr Offenheit und Akzeptanz einfordern. Im Frauenfußball hingegen spielt sexuelle Orientierung längst keine Rolle mehr.

Uli Hoeneß, eine prägende Figur beim FC Bayern, betonte, ein offen schwuler Spieler hätte beim Verein "keinerlei Probleme". Er versprach, jeden Spieler vor Medienhetze oder Online-Angriffen zu schützen, und forderte eine inklusivere Haltung im Fußball: "Die Einstellungen müssen sich ändern."

Doch trotz solcher Stimmen bleibt das Schweigen der aktiven Spieler bestehen. Der Kontrast zum Frauenfußball, in dem LGBTQ+-Identitäten selbstverständlich akzeptiert werden, könnte kaum größer sein.

Dobricks Coming-out als Trainer ist ein kleiner, aber bedeutender Schritt für den deutschen Fußball. Doch das anhaltende Fehlen geouteter Spieler in den Spitzenligen zeigt, wie tief das Tabu noch verwurzelt ist. Vereine, Fans und Funktionäre drängen auf einen Wandel – doch echter Fortschritt wird davon abhängen, ob sich Spieler sicher genug fühlen, um sich zu outen.

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