27 March 2026, 14:05

Warum AfD-Wähler trotz Skandale ihrer Partei treu bleiben

Wei├čer Hintergrund mit zentrierter fetter schwarzer Schrift "Sozialdemokratische Partei Deutschlands" in einer modernen Schriftart, umgeben von einem schmalen schwarzen Rand.

Warum AfD-Wähler trotz Skandale ihrer Partei treu bleiben

Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum sich manche Wähler farrechtsorientierten Parteien wie der Alternative für Deutschland (AfD) zuwenden. In seinem jüngsten Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie Menschen das Vertrauen in Staat, Gerichte, Wissenschaft und Medien verlieren. Seine Forschung zeigt: Sobald sich diese Gruppen dem Populismus zugewandt haben, bringt es wenig, die Versagen der Partei bloßzustellen – sie kehren dadurch nicht zur Demokratie zurück.

El-Mafaalani argumentiert, dass misstrauische Menschen sich vor allem mit Gleichgesinnten verbünden, die ihre Skepsis teilen. Diese "Gemeinschaften des Misstrauens" bilden geschlossene Gruppen, die ihr Vertrauen oft in Parteien setzen, die die liberale Demokratie ablehnen. Seine Arbeit legt nahe, dass populistische Führer gezielt das Vertrauen in Institutionen untergraben – und es den Wählern so erschweren, zur politischen Mitte zurückzufinden.

Digitale Medien haben eine zentrale Rolle dabei gespielt, diese misstrauischen Individuen zu vernetzen. Zum ersten Mal können sie sich online organisieren und in ihren Überzeugungen bestärken. El-Mafaalani zeigt auf, wie sich dieses Phänomen nicht nur national, sondern grenzüberschreitend ausbreitet – etwa im Aufstieg von Figuren wie Donald Trump oder der AfD.

Peter Unfried, Chefredakteur von "FUTURZWEI", fragt, welche konkreten Schritte sich aus diesen Erkenntnissen ableiten lassen. El-Mafaalani macht deutlich: Traditionelle Methoden – etwa das Entlarven populistischer Behauptungen – reichen nicht aus. Stattdessen brauche es tiefgreifendere Strategien, um das Vertrauen in demokratische Systeme wiederherzustellen.

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Seine Analysen deuten darauf hin, dass die Unterstützung für die AfD selbst dann nicht schwinden wird, wenn die Partei in der Regierung versagt. El-Mafaalani betont, wie dringend neue Ansätze nötig sind, um dem Rechtspopulismus entgegenzuwirken. Solange die Ursachen des Misstrauens nicht angegangen werden, könnten diese "Gemeinschaften des Misstrauens" weiter wachsen.

Quelle