USA verhängt Sanktionen gegen Führung von HateAid - USA verhängt Sanktionen gegen Führung von HateAid
Das US-Außenministerium hat zwei Führungskräften der deutschen Anti-Hass-Organisation HateAid die Einreise in die USA untersagt. Betroffen sind Anna-Lena von Hodenberg und Josephine Ballon, die geschäftsführenden Direktorinnen der Organisation, gegen die der Vorwurf erhoben wird, sie hätten US-amerikanische Online-Plattformen zensiert. Die Entscheidung wurde im Dezember 2025 bekannt gegeben.
Das Einreiseverbot richtet sich gezielt gegen von Hodenberg und Ballon, die bei HateAid die Bekämpfung digitaler Gewalt leiten. US-Behörden werfen den beiden vor, Unternehmen wie Google, Meta, Apple und X unter Druck gesetzt zu haben, um Inhalte löschen zu lassen. Das Außenministerium gab keine weiteren Details zu den konkreten Vorwürfen bekannt.
Erst im Oktober 2025 war von Hodenberg für ihr Engagement gegen Hass im Netz mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigte ihren Einsatz für Opfer digitaler Belästigung sowie ihre Forderungen nach strengeren Regulierungen für Plattformbetreiber. Trotz dieser Anerkennung hält die US-Regierung an den Reisebeschränkungen fest.
HateAid, gegründet als Unterstützung für Betroffene von Online-Hetze, steht seit Längerem in der Kritik einiger US-Politiker. Die Organisation setzt sich für strengere Inhaltsmoderation ein – ein Engagement, das nun offenbar zum Einreiseverbot geführt hat. Beide Direktorinnen haben sich bisher nicht öffentlich zu der Entscheidung geäußert.
Das Verbot verhindert, dass von Hodenberg und Ballon auf absehbare Zeit in die USA reisen können. Gleichzeitig wirft der Schritt Fragen auf, wie sich internationale Bemühungen zur Regulierung digitaler Meinungsäußerung mit nationalen Politiken vereinbaren lassen. Die Maßnahme des Außenministeriums stellt einen seltenen Fall dar, in dem Anti-Hass-Aktivisten mit solchen Restriktionen belegt werden.