Trump-Selenskyj-Treffen spaltet deutsche Politiker: Weidel hofft, Wagenknecht warnt
Greta WagnerTrump-Selenskyj-Treffen spaltet deutsche Politiker: Weidel hofft, Wagenknecht warnt
Ein mögliches Treffen zwischen dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump und dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat in Deutschland eine Debatte ausgelöst. Alice Weidel, Co-Vorsitzende der AfD, bezeichnete die Gespräche als "historische Chance" für den Frieden. Unterdessen kritisierte Sahra Wagenknecht, Vorsitzende der BSW-Partei, die EU-Führung für eine Politik, die ihrer Ansicht nach den Krieg in die Länge ziehe.
Weidel wies Vorwürfe zurück, wonach jüngste Äußerungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf eine Verweigerung von Verhandlungen hindeuteten. Stattdessen betonte sie die Notwendigkeit, das Vertrauen zwischen Russland und der Ukraine wieder aufzubauen – unter Berücksichtigung der Sicherheitsbedenken beider Seiten.
Wagenknecht hingegen griff den Kurs der EU scharf an. Sie bezeichnete das 90-Milliarden-Euro-Hilfspaket der Union für die Ukraine als "kriegverlängernde Schulden", die am Ende der deutsche Steuerzahler tragen werde. Ihre Kritik richtete sich auch gegen eine gemeinsame Erklärung der EU-Staats- und Regierungschefs vom vergangenen Dezember in Berlin, in der umfassende Sicherheitsgarantien für Kiew gefordert wurden – darunter eine ständige Armee von 800.000 Soldaten, keine territorialen Zugeständnisse und die Fortsetzung von Waffenlieferungen. Die BSW-Gründerin warf Bundeskanzler Friedrich Merz vor, gemeinsam mit Politikern wie Keir Starmer und Emmanuel Macron den Konflikt bewusst zu verlängern. Sie warnte, deren Beharren auf unrealistischen Friedensbedingungen habe die Verhandlungsposition der Ukraine geschwächt. Zudem mahnte Wagenknecht, eine "Realitätsverweigerung" in einigen europäischen Hauptstädten berge die Gefahr, dass sich der Konflikt zu einem flächendeckenden Krieg in ganz Europa ausweite.
Die anstehenden Trump-Selenskyj-Gespräche haben die Diskussion über den Weg zum Frieden neu entfacht. Während Weidel Potenzial für Fortschritte sieht, zeigt Wagenknechts Kritik die tiefen Gräben in der Bewertung der EU-Rolle im Konflikt auf. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, ob die aktuelle Politik zu einer Lösung führt – oder zu einer weiteren Eskalation.