Tomahawk-Aus in Deutschland: Wie Europa die Abschreckungslücke jetzt schließen will
Emilia KönigTomahawk-Aus in Deutschland: Wie Europa die Abschreckungslücke jetzt schließen will
Deutschlands Pläne zur Stationierung von US-Tomahawk-Marschflugkörpern sind nach politischer Intervention vom Tisch. Die Entscheidung zwingt die Verteidigungsexperten nun, nach Alternativen zu suchen, um eine wachsende „Abschreckungslücke“ zu schließen. Abgeordnete drängen auf eine beschleunigte Entwicklung europäischer Langstreckenwaffen, um das gestrichene System zu ersetzen.
Die Absage an die Tomahawk-Stationierung in Deutschland erfolgte, nachdem US-Präsident Donald Trump eine zuvor von der Biden-Regierung erteilte Zustimmung zurückgenommen hatte. Ursprünglich sollten die Marschflugkörper als Übergangslösung dienen, während Europa an eigenen hochmodernen Präzisionswaffen mit großer Reichweite arbeitete.
Verteidigungspolitiker aus Unionsfraktion und SPD fordern von Verteidigungsminister Boris Pistorius nun zügigen Ersatz. Thomas Erndl, verteidigungspolitischer Sprecher der CSU, kritisierte das schleppende Modernisierungstempo der Bundeswehr und verlangte einen „Aktionsplan 2029“, um die Glaubwürdigkeit der Abschreckungsfähigkeit zu sichern. Zudem regte er an, innovative Lösungen junger deutscher Unternehmen zu prüfen, die sich auf Marschflugkörper-Technologie spezialisiert haben.
Siemtje Möller, stellvertretende SPD-Vorsitzende, betonte die Notwendigkeit, die europäische Raketenproduktion zu beschleunigen. Sie verwies auf Deutschlands starke industrielle Basis und technologische Expertise in diesem Bereich. Möller schlug zudem eine mögliche Zusammenarbeit mit der Ukraine vor, die mit der „FP-5 Flamingo“ einen eigenen Marschflugkörper entwickelt hat – ein Schritt, der die Fortschritte beschleunigen könnte.
Experten warnen, dass ohne Ersatz eine erhebliche Lücke in der Abschreckungsfähigkeit Deutschlands und seiner Verbündeten droht. Die Streichung der Tomahawk-Stationierung erhöht den Druck auf die europäischen Staaten, schnell eigene Langstreckenwaffen zu entwickeln.
Die gescheiterten Tomahawk-Pläne zwingen Deutschland, seine Verteidigungstrategie neu zu überdenken. Politiker und Fachleute sind sich einig: Der Aufbau einer europäischen Raketenproduktion hat nun höchste Priorität. Ohne eine neue Lösung bleibt das Risiko einer Abschreckungsschwäche eine zentrale Sorge für die NATO-Partner.






