10 May 2026, 12:05

Grüner Politiker fordert Männer auf, Gewalt und Rollenbilder zu hinterfragen

Plakat mit dem Text "Geschlechterneutrale Toiletten" betont die Inklusivität in den Toiletteneinrichtungen.

Grüner Politiker fordert Männer auf, Gewalt und Rollenbilder zu hinterfragen

Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, hat Männer aufgefordert, ihre Rolle bei Gewalt gegen Frauen und die Strukturen, die sie ermöglichen, kritisch zu hinterfragen. In einem aktuellen Interview bekannte er, sich für solche Taten zu schämen, und rief dazu auf, traditionelle Geschlechterrollen infrage zu stellen. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der politische Parteien mit einer wachsenden Kluft zwischen jungen Männern und Frauen bei den Wahlpräferenzen kämpfen.

Vor zwanzig Jahren löste es kaum Irritation aus, wenn ein männlicher Fußballer auf dem Platz Pink trug. Torhüter Tim Wiese tat genau das – ohne dass seine Männlichkeit infrage gestellt wurde. Heute jedoch sind Diskussionen über die Rolle von Männern in der Gesellschaft deutlich kontroverser geworden.

Schon 2010 veröffentlichten 21 grüne Politiker ein Manifest mit dem Titel „Männer, gebt Macht ab! Es lohnt sich“. Darin argumentierten sie, dass starre Geschlechtererwartungen allen schaden. Banaszak greift diese Haltung nun auf und betont, dass Feminismus auch Männern nütze, indem er sie von einengenden Normen befreie.

Die politische Spaltung zwischen jungen Männern und Frauen hat sich vertieft. Bei der letzten Bundestagswahl stimmten junge Männer mehrheitlich für die rechtspopulistische AfD, während junge Frauen eher linksliberale Parteien bevorzugten. Der AfD-Politiker Maximilian Krah riet jüngst datingschwachen Männern schlicht, „auf der richtigen Seite“ zu stehen – eine Botschaft, die bei vielen Verunsicherten Anklang fand.

Banaszak selbst versucht, junge Männer mit feministischen Ideen zu erreichen. Sein erster großer öffentlicher Vorstoß war ein Interview mit dem Playboy, in dem er offen über Gleichberechtigung sprach. Zudem hat er sein Büro pink gestrichen – eine Farbe, die ihm gefällt – und argumentiert, dass schon kleine Gesten Klischees herausfordern können. Gleichzeitig nutzt der grüne Europaabgeordnete Rasmus Andresen soziale Medien, um in Videos linke Themen mit den Interessen junger Männer zu verknüpfen und so gemeinsame Schnittmengen zu finden.

Doch nicht alle sind überzeugt. Der Deutsche Frauenrat hinterfragt Banaszaks „Männerpolitik“ und seine Aufforderung, sich zu dem Thema zu äußern. Kritiker werfen vor, dass solche Ansätze komplexe Probleme vereinfachen könnten.

Banaszaks Bemühungen, Männer für den Feminismus zu gewinnen, fallen in eine Zeit wachsender politischer und gesellschaftlicher Polarisierung. Sein Ansatz kombiniert persönliche Signale mit weiterreichenden Forderungen nach Veränderung – doch Skepsis bleibt. Die Debatte darüber, wie junge Männer für Gleichberechtigung gewonnen werden können, wird voraussichtlich anhalten, während die Parteien ihre Strategien anpassen.

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