Tiger in Gefangenschaft: Zwischen Touristenattraktion und Tierschutzskandal in Thailand
Emilia KönigTiger in Gefangenschaft: Zwischen Touristenattraktion und Tierschutzskandal in Thailand
Ein tiefer, dröhnender Brüll hallt durch die schwüle Luft im Tiger Park von Pattaya, wo Touristen zusammenkommen, um einige der in Gefangenschaft gehaltenen Großkatzen Thailands zu sehen. Während die Population wildlebender Tiger im Land in geschützten Gebieten langsam auf etwa 200 Tiere angewachsen ist, bleiben Bedenken hinsichtlich der Haltung der Raubtiere in kommerziellen Parks bestehen. Aktuelle Krankheitsausbrüche und Tierschutzprobleme haben die Risiken, denen diese Tiere in Gefangenschaft ausgesetzt sind, zusätzlich ins Rampenlicht gerückt.
Im Park lag eine einjährige Tigerin namens Nivea schlafend auf einer Holzplattform. Besucher, darunter eine chinesische Familie, wurden eingeladen, ihr über das Fell zu streichen, während ein Pfleger Fotos machte. Der Vater gab später zu, dass ihm die Situation unangenehm gewesen sei.
Die Tiger in solchen Parks wirken oft ungewöhnlich ruhig – ein Ergebnis harter Dressur seit ihrer Geburt. Tierschutzorganisationen wie PETA Asien kritisieren seit Langem die Haltungsbedingungen, verweisen auf beengte Gehege und die ständige Konfrontation mit Besuchermassen. Zudem gibt es anhaltende Vermutungen, dass einige der gefangenen Tiger schließlich in den illegalen Handel mit ihren Körperteilen geraten.
Die Risiken wurden Anfang dieses Jahres auf dramatische Weise deutlich, als in zwei Einrichtungen im Norden Thailands 72 Tiger starben. Die Tiere fielen der Staupe, einem hochansteckenden Virus, und sekundären bakteriellen Infektionen zum Opfer. Der Ausbruch warf neue Fragen zur Sicherheit und Ethik der Haltung wildlebender Tiere in solchen Umgebungen auf.
Zwar erholt sich der Bestand wildlebender Tiger in Thailand langsam, doch das Schicksal der Tiere in Gefangenschaft bleibt prekär. Krankheiten, Tierschutzbedenken und mögliche Verbindungen zum illegalen Handel werfen weiterhin einen Schatten auf die kommerziellen Tigerparks. Behörden und Naturschützer stehen zunehmend unter Druck, diese langjährigen Probleme endlich anzugehen.






