Thüringens Handwerk zwischen Hoffnung und Kostendruck: Warten auf die Milliardenhilfen 2026
Greta WagnerHandwerkstag: Hoffen, dass Investitionsprogramme nicht ins Leere laufen - Thüringens Handwerk zwischen Hoffnung und Kostendruck: Warten auf die Milliardenhilfen 2026
Thüringens Handwerk erlebte 2025 ein schwieriges Jahr: Rückläufige Investitionen und schrumpfende Auftragsbücher belasteten die Branche. Nun setzen die Betriebe ihre Hoffnungen auf die für 2026 angekündigten Milliardenförderprogramme der Regierung – doch die Unsicherheit bleibt groß, denn viele Unternehmen planen eher Einsparungen als Expansionen.
Im vergangenen Jahr verringerten sich die Auftragsbestände im Thüringer Handwerk im Schnitt auf nur noch acht Wochen. Trotz des Abschwungs gelang es den Betrieben weitgehend, ihre Belegschaften zu halten. Ein kleiner Lichtblick war die Ausbildung: Die Zahl der neuen Auszubildenden stieg leicht auf etwas mehr als 3.000.
Die unklaren Investitionspläne der Kommunen verschärften die Probleme der Branche zusätzlich. Nur fünf Prozent der Unternehmen wollen 2026 investieren, während sich die Hälfte auf Kürzungen vorbereitet. Besonders unter Druck stehen Zulieferer für die Industrie und Dienstleister – eine schnelle Besserung ist hier nicht in Sicht. Die Hoffnungen ruhen nun auf den für 2026 geplanten Milliardenhilfen des Staates. Davon könnten vor allem der Bau, die Infrastruktur sowie Gebäudetechnik profitieren, insbesondere im Zusammenhang mit Schulmodernisierungen, Straßenausbau und der Erneuerung von Heizungsanlagen. Thomas Malcherek, Präsident des Thüringer Handwerkstags, nannte diese Bereiche als zentrale Nutznießer. Doch für viele Betriebe bleibt die Wartezeit auf konkrete Aufträge weiter lang.
Thüringens Handwerk steckt damit in einer Warteschleife: Zwischen Kostendruck und vorsichtigem Optimismus. Die für 2026 angekündigten Fördermittel könnten Entlastung bringen – doch zunächst müssen die Unternehmen ein weiteres Jahr mit knappen Budgets und unsicherer Nachfrage überbrücken. Ob und wie schnell sich die öffentlichen Gelder in tatsächliche Aufträge verwandeln, wird über die Erholung entscheiden.