Syrien-Gespräche in Berlin: Merz diskutiert Rückkehr von Flüchtlingen mit al-Scharaa
Claudia SeidelSyrien-Gespräche in Berlin: Merz diskutiert Rückkehr von Flüchtlingen mit al-Scharaa
Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa wird zu Gesprächen mit Bundeskanzler Friedrich Merz nach Berlin reisen. Im Mittelpunkt der Verhandlungen steht die mögliche Rückkehr syrischer Flüchtlinge aus Deutschland in ihre Heimat. Die Reise hat zudem eine Debatte darüber ausgelöst, wer zur Rückkehr ermutigt werden sollte und unter welchen Bedingungen dies geschehen könnte.
Während seines Staatsbesuchs wird al-Scharaa mit Merz über die Zukunft der syrischen Flüchtlinge in Deutschland sprechen. Der CDU-Außenexperte Jürgen Hardt hat sich bereits zu der Thematik geäußert und vorgeschlagen, dass vorrangig diejenigen zurückkehren sollten, denen die Integration besonders schwerfällt. In einem Interview mit RBB Inforadio am Montag, dem 30. März 2026, argumentierte Hardt, dass Flüchtlinge ohne Arbeit oder langfristige Perspektiven in Deutschland mit finanzieller Unterstützung in Syrien ein neues Leben aufbauen könnten.
Hardt behauptete, die ursprünglichen Gründe für die Gewährung von Asyl bestünden aufgrund der verbesserten Lage in Syrien nicht mehr. Gleichzeitig räumte er ein, dass Flüchtlinge, die Fachkräftemangel ausgleichen oder einen Beitrag zur deutschen Gesellschaft leisten, bleiben dürfen sollten. Über die Rückführung hinaus betonte Hardt, dass der Wiederaufbau Syriens alle ethnischen und politischen Gruppen einbeziehen müsse, da keine einzelne Fraktion eine Mehrheit besitze. Zudem forderte er friedliche Beziehungen zu den Nachbarländern, um die langfristige Stabilität in der Region zu sichern.
Bei den Gesprächen zwischen al-Scharaa und Merz wird es voraussichtlich darum gehen, wie Deutschland Rückkehrer ermutigen kann, ohne dabei den politischen Prozess in Syrien aus dem Blick zu verlieren, der inklusiv bleiben muss. Hardt drängte die Bundesregierung, diese Bedingungen während des Besuchs zu thematisieren, und bezeichnete sie als entscheidend sowohl für die Reintegration der Flüchtlinge als auch für den regionalen Frieden.
Das Treffen zwischen al-Scharaa und Merz wird die deutsche Haltung gegenüber syrischen Flüchtlingen in den kommenden Jahren prägen. Entscheidungen über Anreize zur Rückkehr und Unterstützung beim Wiederaufbau hängen davon ab, ob sich die syrische Regierung zu Inklusivität und Stabilität verpflichtet. Das Ergebnis könnte Tausende Flüchtlinge in Deutschland betreffen, die bisher ohne gesicherte Zukunftsperspektiven leben.






