Südstadt-Center in Halle: Proteste gegen Schließung und Bürokratie-Frust
Noah WernerSüdstadt-Center in Halle: Proteste gegen Schließung und Bürokratie-Frust
Geschlossenes Südstadt-Center in Halle wird zum Zankapfel für Anwohner
Das geschlossene Südstadt-Center in Halle ist zum Kristallisationspunkt für die Unzufriedenheit der Anwohner geworden, die diese Woche bereits zum sechsten Mal protestierten. Das Einkaufszentrum wurde im Februar geschlossen, nachdem Prüfer schwere Verstöße gegen den Brandschutz festgestellt hatten. Seither hat die Vandalismusrate stark zugenommen – Diebe wurden bereits dabei ertappt, Kupferkabel aus dem leerstehenden Gebäude zu stehlen.
Die Stadtverwaltung bestätigte, dass die Schließung aufgrund der gravierenden Sicherheitsmängel unvermeidbar war. Die Brandschutzsysteme des Gebäudes fielen durch die Kontrollen, sodass keine andere Wahl blieb, als die Türen zu verriegeln. Trotz der Schließung setzen sich die Anwohner weiterhin für eine Wiedereröffnung ein und organisieren immer wieder Demonstrationen.
Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt nahm an der jüngsten Protestaktion teil, konnte jedoch keine sofortige Lösung anbieten. Er erkannte die Frustration der Bürger an und kritisierte sogar die eigene Bürokratie der Stadt. Als Beispiel nannte er eine zweijährige Verzögerung bei der Genehmigung einer einfachen automatischen Polleranlage. Unterdessen versprach die Stadt, innerhalb weniger Tage auf 35 Fragen zu antworten, die von den Protestorganisatoren eingereicht wurden.
Hinter den Kulissen laufen derweil Bemühungen, eine Perspektive für das Center zu finden. Ein Mitarbeiter wurde damit beauftragt, mit potenziellen Investoren in Kontakt zu treten. Eine mögliche Option ist ein kleineres Ersatzzentrum auf einem nahegelegenen Grundstück, falls das bestehende Gebäude geschlossen bleibt. Daniel Mahler, einer der Protestorganisatoren, warnte, dass ohne das Südstadt-Center die südlichen Stadtteile Halles langfristig verfallen könnten.
Die Zukunft des Südstadt-Centers bleibt ungewiss, doch die Gespräche mit Investoren kommen voran. Die Anwohner erhalten in Kürze offizielle Antworten auf ihre Fragen. Bis auf Weiteres bleibt die Immobilie geschlossen – die Gemeinschaft muss auf eine Lösung warten.






