17 January 2026, 14:15

Spitzwegerich als Retter im Maisanbau: Kann er Stickstoffverluste stoppen?

Ein Nahaufnahme einer Nesselpflanze mit grünen Blättern, die in einem Garten umgeben von Steinen und trockenen Blättern wächst.

Spitzwegerich als Retter im Maisanbau: Kann er Stickstoffverluste stoppen?

Neues Forschungsprojekt in Deutschland: Kann Spitzwegerich Stickstoffverluste im Maisanbau verringern?

Ein neues Forschungsvorhaben in Deutschland untersucht, wie Spitzwegerich (Plantago lanceolata) dazu beitragen könnte, Stickstoffverluste im Maisanbau zu reduzieren. Die von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) geleitete Studie konzentriert sich auf die natürliche Fähigkeit der Pflanze, die Umwandlung von Stickstoff im Boden zu verlangsamen. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen seiner Eiweißpflanzenstrategie.

Beim Maisanbau verbleibt oft überschüssiger Stickstoff im Boden. Durch Winterregen wird dieser als Nitrat ausgewaschen und belastet so Oberflächengewässer. Rund 75 Prozent der Stickstoffbelastung in deutschen Gewässern gehen auf die Landwirtschaft zurück – wobei Mais eine der Hauptquellen darstellt.

Das unter dem Titel „Biologische Nitrifikationshemmung für eine nachhaltige und umweltfreundliche Pflanzenproduktion 2030“ (BNI 2030) laufende Projekt wird von Professor Dr. Frank Hochholdinger vom Institut für Pflanzenzüchtung und Pflanzenproteomation der Uni Kiel geleitet. Sein Team erforscht, ob Spitzwegerich, als Begleitpflanze im Maisanbau, diese Verluste mindern kann. Die Pflanze produziert biologische Nitrifikationshemmer (BNI), die die Umwandlung von Ammoniumstickstoff zu Nitrat verzögern – und den Nährstoff so länger für die Kulturpflanzen verfügbar halten. Um den Stickstofffluss nachzuverfolgen, setzen die Forscher das Isotop ¹⁵N ein. Damit lässt sich messen, wie effizient der Stickstoff von der Zwischenfrucht auf den Mais übergeht. Ziel ist es, Landwirt:innen klare Handlungsempfehlungen an die Hand zu geben, wie sie Spitzwegerich einsetzen können, um Erträge zu sichern und gleichzeitig Umweltschäden zu reduzieren.

Stickstoffverluste tragen zudem zu Lachgasemissionen (N₂O) bei – ein Treibhausgas, das 300-mal klimawirksamer ist als CO₂. Durch die Verringerung dieser Verluste könnte das Projekt helfen, die Klimabilanz der Landwirtschaft zu verbessern.

Die Ergebnisse sollen Landwirt:innen praktische Wege aufzeigen, Mais nachhaltiger anzubauen. Bei Erfolg könnte Spitzwegerich zu einem Standardinstrument werden, um Stickstoffbelastung und Treibhausgasemissionen zu senken. Die Empfehlungen des Projekts sollen sowohl die Produktivität als auch den Umweltschutz im Ackerbau fördern.