SPD will Ehegattensplitting reformieren – mehr Chancen für berufstätige Frauen
Emilia KönigNord-SPD fordert Reform der Ehegattensplitting - SPD will Ehegattensplitting reformieren – mehr Chancen für berufstätige Frauen
Die SPD in Schleswig-Holstein fordert grundlegende Reformen des deutschen Ehegattensplittings. Das seit 1958 bestehende Steuermodell steht seit Langem in der Kritik, weil es veraltete Rollenbilder zementiert. Die Partei setzt sich nun für ein Familiensplitting ein, das Familien besser fördern und die Chancengleichheit von Frauen auf dem Arbeitsmarkt stärken soll.
Das aktuelle System begünstigt Haushalte, in denen ein Partner deutlich mehr verdient als der andere. Kritiker bemängeln, dass dies vor allem Frauen – oft die Geringverdienerinnen – davon abhält, mehr oder überhaupt zu arbeiten. Beate Raudies, finanzpolitische Sprecherin der SPD, betont, dass die heutigen Regelungen falsche Signale für Familienpolitik und Gleichstellung senden.
Im Mittelpunkt des SPD-Vorschlags stehen Kinder als zentraler Steuerfaktor. Beim Familiensplitting würde die Steuerlast mit jedem weiteren Kind sinken – zugunsten von Alleinerziehenden ebenso wie von verheirateten Paaren. Die Partei argumentiert, dass so finanzielle Nachteile für Zweitverdiener entfallen und eine gerechtere Besteuerung unabhängig vom Familienstand erreicht würde.
Forderungen nach einer Reform sind nicht neu. Die OECD hat wiederholt darauf hingewiesen, dass das Ehegattensplitting Zweitverdiener davon abhält, ihr Arbeitsvolumen auszuweiten. Befürworter einer Änderung betonen, dass das System nicht mehr zu modernen Familienstrukturen und Arbeitsrealitäten passt.
Sollte die Reform umgesetzt werden, wäre dies ein bedeutender Wandel in der Familienbesteuerung Deutschlands. Der SPD-Plan zielt darauf ab, finanzielle Hürden für berufstätige Frauen abzubauen und Steuerentlastungen gezielt an Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu lenken. Der Vorstoß erhöht nun den Druck auf die Landesregierung, sich auf Bundesebene für Änderungen einzusetzen.
SPD will bis Ende Februar einen Antrag zur Steuerreform im Landtag einbringen
Die SPD-Fraktion in Schleswig-Holstein wird bis Ende Februar ihren Antrag zur Reform des Ehegattensplitting im Landtag vorlegen. Mit diesem Schritt will die Fraktion den Landesregierung unter Druck setzen, sich auf Bundesebene für eine familienbasierte Steuertrennung einzusetzen. Der Vorschlag richtet sich insbesondere an Familien mit niedrigem und mittlerem Einkommen, um finanzielle Hürden für berufstätige Frauen abzubauen.





