SPD-Politikerin besucht Dresdner Apotheke vor entscheidender Reformdebatte
Emilia KönigSPD-Politikerin besucht Dresdner Apotheke vor entscheidender Reformdebatte
Vor den entscheidenden parlamentarischen Debatten besuchte die SPD-Abgeordnete Rasha Nasr die Knut-Apotheke in Dresden, um sich ein besseres Bild von den Herausforderungen zu machen, vor denen lokale Apotheken stehen. Nasr, die selbst keine fachliche Vorbildung in Gesundheitspolitik hat, traf sich mit dem Inhaber Michael Gäbe, um drängende Themen wie Finanzierung und Personalmangel zu erörtern.
Der Deutsche Bundestag ringt seit zwei Jahren um eine Apothekenreform. Steigende Medikamentenpreise und Lieferengpässe hatten die von der SPD geführte Regierung im März 2025 dazu veranlasst, das Apothekenstärkungsgesetz (ApVStärkG) vorzulegen. Doch der Gesetzentwurf scheiterte im Juni 2025 in erster Lesung am Widerstand von CDU/CSU und FDP. Seither haben die Grünen und die FDP eigene Vorschläge eingebracht – von der teilweisen Lockerung der Apothekengründungen bis hin zu weitergehender Deregulierung –, doch keiner der Entwürfe hat bis Februar 2026 eine Mehrheit gefunden.
Während Nasrs Besuch betonte Gäbe die Notwendigkeit fairer Anpassungen bei den Apothekengebühren. Ohne bessere Finanzierung, warnte er, leide die Versorgungsqualität. Zudem argumentierte er, dass eine Ausweitung der Aufgaben für Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) nach hinten losgehen könnte, wenn der Personalmangel nicht zuvor behoben werde – mit möglichen negativen Folgen für Servicequalität und Patientensicherheit.
Gäbe unterstrich die zentrale Rolle der Apotheken als erste Anlaufstelle im Gesundheitswesen. Sie trugen dazu bei, gefährliche Wechselwirkungen von Medikamenten zu verhindern und entlasteten Ärzte sowie Krankenhäuser. Apotheker bezeichnete er als "Verbraucherschützer", die ihr Fachwissen verantwortungsvoll einsetzten, und forderte eine stärkere Würdigung ihrer lokalen Verantwortung.
Nasr hörte Gäbes Bedenken aufmerksam zu. Sie räumte ein, wie wichtig es sei, Apotheken wirtschaftlich zu stabilisieren und gleichzeitig Apothekern mehr Verantwortung zu übertragen. Beim Abschied versprach sie, die Anliegen direkt nach Berlin zu tragen, um sie in die weiteren Beratungen einzubringen.
Der Besuch fällt in eine kritische Phase, in der mehrere Reformvorschläge noch geprüft werden. Gäbes Argumente zu Finanzierung, Personal und der übergeordneten Rolle der Apotheken im Gesundheitswesen sollen nun den Entscheidungsträgern vorgelegt werden. Nasrs Zusage, diese Sorgen zu vermitteln, könnte die nächsten Schritte in der anhaltenden Debatte beeinflussen.






