SPD plant kapitalgedeckte Rente mit Start-up-Förderung und Bundesrentenfonds
Claudia SeidelSPD plant kapitalgedeckte Rente mit Start-up-Förderung und Bundesrentenfonds
Drei Abgeordnete der SPD haben einen Plan vorgelegt, um ein kapitalgedecktes Rentenmodell in das deutsche gesetzliche Rentensystem zu integrieren. Wie das Handelsblatt als Erstes berichtete, sieht der Vorschlag einen schrittweisen Ansatz vor, der zunächst ein freiwilliges Produkt für betriebliche und private Altersvorsorge anbietet. Langfristig soll der Fonds dazu beitragen, die gesetzliche Rente teilweise mitzufinanzieren.
Der Plan ist Teil umfassenderer Reformen, die von der SPD unterstützt werden, darunter Änderungen bei der privaten Altersvorsorge sowie neue Investitionsstrategien für Start-ups und Wachstumsunternehmen. Ausgearbeitet wurde der Vorschlag von den Abgeordneten Philipp Rottwilm, Parsa Marvi und Daniel Bettermann – allesamt Mitglieder des gemäßigteren Seeheimer Kreises innerhalb der SPD. In ihrem Papier skizzieren sie einen "Bundesrentenfonds", der bis zu fünf Prozent seiner Mittel in Start-ups oder europäische Unternehmen investieren könnte, die sich auf einen Börsengang vorbereiten. Zudem fordern sie eine Lockerung der regulatorischen Vorgaben, um Versicherungen und Pensionsfonds flexibler in frühe Unternehmensphasen investieren zu lassen.
Die Initiative steht im Einklang mit den Plänen von SPD-Chef Lars Klingbeil für eine gezielte Start-up-Strategie, die auch Steuererleichterungen für Forschung und Entwicklung vorsieht. Der Vorschlag der Abgeordneten knüpft an die WIN-Initiative an, eine öffentlich-private Partnerschaft, die ursprünglich bis 2030 private und institutionelle Investitionen in Höhe von 12 Milliarden Euro für Start-ups und Scale-ups mobilisieren sollte. Nach jüngsten Reformen – etwa der Abschaffung der Riester-Rente und neuen Steueranreizen – wurde das Finanzierungsziel nun auf 25 Milliarden Euro verdoppelt.
Die Umsetzung hat bereits begonnen: Im ersten Quartal 2026 fließen erste Investitionen über von der KfW koordinierte Partnerschaften, mit Fokus auf KI, Klimatechnologien, Verteidigung, IoT und Robotik. Ein 1,6-Milliarden-Programm mit dem Europäischen Investitionsfonds startet ebenfalls im Januar 2026. Zudem wird der mit 30 Milliarden Euro ausgestattete Deutschlandfonds in Deep-Tech- und Rüstungsunternehmen investieren. Private Anleger erhalten über neue Tranchen in Dachfonds leichteren Zugang zu Wachstumsunternehmen.
Der Vorschlag folgt auf die Bundestagszustimmung zu Reformen der privaten Altersvorsorge und fällt in eine Phase, in der die SPD ein umfassenderes Reformpaket finalisiert. Die Koalitionsvereinbarung zwischen CDU/CSU und SPD, die im Frühjahr 2025 unterzeichnet wurde, unterstützt diese Maßnahmen und sichert deren gesetzliche Verankerung.
Wird der Plan angenommen, würden schrittweise kapitalgedeckte Elemente in das deutsche Rentensystem integriert, während gleichzeitig die Investitionsmöglichkeiten für Start-ups ausgeweitet werden. Das erhöhte Finanzierungsziel der WIN-Initiative von 25 Milliarden Euro bis 2030 unterstreicht die Bemühungen, Innovation und wirtschaftliches Wachstum zu fördern. Die nächsten Schritte hängen von weiteren gesetzgeberischen Beschlüssen und dem endgültigen Reformpaket der SPD ab.






