Sozialstaat in der Zange: DGB-Chef Rudolph kontert Merz’ Kürzungspläne mit radikaler Vermögenssteuer-Forderung

Admin User
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Ein Schwarz-Weiß-Kollage mit Straßen, Polen, Gebäuden, Pflanzen, Fahrzeugen, einer Flagge, Straßenlaternen und verschiedenen Objekten mit Text unten.

DGB-Chef: Sozialstaatskürzungen bedrohen Grundrechte - Sozialstaat in der Zange: DGB-Chef Rudolph kontert Merz’ Kürzungspläne mit radikaler Vermögenssteuer-Forderung

Die Debatte über das deutsche Sozialsystem hat sich verschärft, nachdem Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen, die Behauptung zurückgewiesen hat, dass die Sozialausgaben nicht mehr tragbar seien. Er kritisierte die Kritiker, die den Sozialstaat als finanzielle Belastung und nicht als durch das Grundgesetz geschütztes Recht betrachten.

Der Konflikt entzündet sich an den Forderungen von Arbeitgeberverbänden und Teilen der CDU, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, die massive Kürzungen bei Leistungen wie dem Bürgergeld fordern. Sie argumentieren, dass Reformen notwendig sind, um die Kosten zu begrenzen.

Rudolph wies diese Argumentation zurück und betonte, dass der Anstieg der Sozialausgaben im Einklang mit dem Wirtschaftswachstum stattgefunden hat und nicht unkontrolliert. Stattdessen stellte er die Frage als Problem der Vermögensverteilung dar: Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer.

Er kritisierte auch die Darstellung, dass bei Rentenstreitigkeiten die Jungen gegen die Alten stünden. Vielmehr gebe es eine Spaltung zwischen Gutverdienern und denen, die finanziell kämpfen müssen. Um die Finanzierungslücken zu schließen, plädierte Rudolph für die Wiedereinführung von Vermögens- und Erbschaftssteuern sowie für die Einbeziehung von Selbstständigen und Beamten in die Rentenversicherung.

Unter Merz' Führung plant die CDU, das Bürgergeld completely zu ersetzen und durch eine strikte 'Grundsicherung für Arbeitssuchende' mit härteren Sanktionen zu ersetzen. Merz argumentiert, dass durch diese Änderungen Milliarden eingespart werden können - und tatsächlich haben die Jobcenter 2024 bereits 63 Prozent mehr Leistungskürzungen verhängt, meist wegen kleiner formaler Verstöße. Rudolph warnte, dass solche Kürzungen den verfassungsrechtlichen Schutz verletzen. Er betonte, dass der Sozialstaat als gesetzlich verankertes Recht erhalten bleiben muss und nicht wie eine verhandelbare Ausgabenposition behandelt werden darf.

Der Konflikt zeigt, wie tief die Gräben bei der Finanzierung von Renten, Gesundheitsversorgung und Pflege sind. Rudolphs Vorschläge - höhere Besteuerung von Vermögen und eine breitere Beitragspflicht zur Rente - bieten eine Alternative zu den CDU-Plänen für Leistungsabbau. Angesichts der bereits verschärften Sanktionen der Jobcenter wird die Debatte die zukünftige Sozialpolitik maßgeblich prägen.

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