Sollen Österreichs Schimpfwörter durch radikale Freundlichkeit ersetzt werden?
Noah WernerSollen Österreichs Schimpfwörter durch radikale Freundlichkeit ersetzt werden?
Österreicher verfügen über einen reichen Schatz an Schimpfwörtern – allein über 50 Bezeichnungen für „Idiot“ wie „Dodel“, „Wappler“ oder „Vollkoffer“. Doch die Autorin eines neuen Buches schlägt vor, solche Ausdrücke durch Freundlichkeit zu ersetzen.
In Österreich gilt Fluchen oft als Ventil, fast wie Yoga oder eine Energiequelle. Schon kleine Ärgernisse – etwa langsame Autofahrer auf der Autobahn – können heftige Reaktionen auslösen. Die Autorin plädiert stattdessen dafür, bei Misslichkeiten mit Dankbarkeit zu antworten und Gelassenheit statt Wut walten zu lassen.
Die Idee sorgt für Diskussionen: Manche scherzen sogar, das Buch „Radikale Freundlichkeit“ gehöre in Österreich verboten. Zum Vergleich: In Island gibt es über 50 Wörter für Schnee – ein Beleg dafür, wie Sprache kulturelle Prioritäten widerspiegelt.
Das Konzept zielt darauf ab, Beleidigungen durch Dankbarkeit und Selbstmitgefühl zu ersetzen. Ein solcher Wandel könnte die Reaktion auf Alltagsärger verändern. Die Debatte zeigt, wie stark Sprache unser Verhalten auf unerwartete Weise prägt.






