Sexismus-Vorwürfe gegen Denis Scheck erschüttern Druckfrisch und die ARD
Claudia SeidelSexismus-Vorwürfe gegen Denis Scheck erschüttern Druckfrisch und die ARD
Eine hitzige Debatte ist über die Buchbesprechungen von Denis Scheck in der Literatursendung Druckfrisch des ARD entbrannt. Der langjährige Moderator sieht sich mit Vorwürfen des Sexismus konfrontiert, nachdem er Werke von Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy kritisiert hatte. Beide Autorinnen haben öffentlich reagiert – Passmann bezeichnete seine Rezension als "grausam und sexistisch", von Kürthy kündigte an, solche Kritik künftig nicht mehr hinzunehmen.
Der Streit begann, als Scheck Passmanns Buch in seiner typisch direkten Art besprach. In seiner Sendung wirft er Bücher, die ihm nicht gefallen, demonstrativ in eine Rutsche. Passmann bezeichnete seine Äußerungen auf Instagram als "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch".
Der ARD verteidigte die Sendung und betonte, dass das Geschlecht bei literarischen Bewertungen keine Rolle spiele. Der Sender verwies darauf, dass Scheck in der jüngsten Folge mehr Bücher von Autorinnen gelobt als kritisiert habe. In einer Stellungnahme bekräftigte der ARD sein Engagement für Gleichberechtigung und erklärte, Frauenfeindlichkeit habe in Druckfrisch keinen Platz.
Elke Heidenreich meldete sich mit einem Essay in Die Zeit zu Wort und kritisierte Schecks Rezensionsmethoden sowie die Rolle des ARD, die diese erst ermögliche. Von Kürthy ging später in einem eigenen Die Zeit-Beitrag auf Schecks Abwertung ihres Werks ein und machte deutlich, dass sie nicht länger schweigen werde. Scheck hingegen beharrt darauf, dass sich seine Kritik ausschließlich auf die Bücher beziehe – nicht auf deren Autorinnen oder Leser:innen.
Der ARD würdigte zwar die wichtigen Beiträge von Frauen zur Literatur, hielt aber am Format der Sendung fest. Die Diskussion darüber, ob Schecks scharfe Kritik in Vorurteile umschlägt, dauert an.
Der Konflikt hat Druckfrisch in die Kritik gerückt, während der ARD seine Haltung gegen Frauenfeindlichkeit unterstrich. Scheck bleibt bei seiner Herangehensweise und betont, seine Bewertungen richteten sich allein nach der literarischen Qualität. Die beteiligten Autorinnen haben ihre Einwände öffentlich gemacht – und sorgen so dafür, dass die Debatte über Fairness in der Literaturkritik weitergeht.






