Schwarz Digits baut Europas größte Cloud – 11 Milliarden für digitale Souveränität
Noah WernerSchwarz Digits baut Europas größte Cloud – 11 Milliarden für digitale Souveränität
Europas Streben nach digitaler Unabhängigkeit gewinnt an Fahrt – Schwarz Digits investiert Milliarden in eigene Cloud-Infrastruktur
Mit massiven Investitionen in eine eigenständige Cloud-Infrastruktur treibt die Schwarz Digits, Teil der Schwarz Gruppe, Europas Bestrebungen nach digitaler Souveränität voran. Das Unternehmen plant den Bau eines gigantischen Rechenzentrums in Lübbenau (Brandenburg), eines der ehrgeizigsten Vorhaben des Kontinents, um die Abhängigkeit von US-amerikanischen und chinesischen Tech-Konzernen zu verringern. Mit einem Volumen von 11 Milliarden Euro unterstreicht das Projekt einen Wandel in der europäischen Wirtschaft: Datenhoheit und Rechenleistung werden zunehmend als strategische Prioritäten behandelt.
Anders als die meisten europäischen Unternehmen, die auf ausländische Anbieter setzen, geht Schwarz Digits einen eigenen Weg. Das Unternehmen baut nicht nur ein eigenes Cloud-Netzwerk und Rechenzentren in Europa auf, sondern will damit zunächst die internen Daten der Schwarz Gruppe verarbeiten – und Überschusskapazitäten externen Kunden anbieten. Diese Strategie passt zum wachsenden Konzept der digitalen Souveränität, das auf mehr Kontrolle über Daten, Infrastruktur und wirtschaftliche Wertschöpfung abzielt.
Das Rechenzentrum in Lübbenau wird durch seine schiere Dimension herausstechen: Geplant sind 100.000 Grafikprozessoren (GPUs), die eine zehnmal höhere Rechenleistung als das jüngste gemeinsame Rechenzentrum von Deutsche Telekom und Nvidia bieten sollen. Die Basis bildet Open-Source-Technologie, die für Transparenz und eine strengere Überwachung der Datenströme sorgen soll.
An der Spitze des Projekts stehen Rolf Schumann und Christian Müller, die in Schwarz Digits mehr sehen als nur einen Technologiearm des Handelskonzerns. Ihr Ziel ist es, die Gruppe zu einem zentralen Anbieter digitaler Infrastruktur auszubauen. Schumann unterstützt zudem den EU AI Act und die DSGVO und argumentiert, dass starke Regulierung Vertrauen schafft und eine verantwortungsvolle KI-Entwicklung fördert. Europa müsse KI als Produktivitätstreiber begreifen, um global konkurrenzfähig zu bleiben, betont er.
Seit ihrer Gründung bleibt Schwarz Digits das einzige europäische Unternehmen, das ein derart ambitioniertes, unabhängiges Cloud-Projekt öffentlich vorantreibt. Weder private noch öffentliche Akteure in der Region haben vergleichbare Pläne angekündigt – das macht die Gruppe zu einem einzigartigen Prüfstein für Europas digitale Ambitionen.
Mit dem 11-Milliarden-Projekt in Lübbenau könnte sich Schwarz Digits als Schlüsselfigur in der europäischen Digitallandschaft etablieren. Durch die Verbindung interner Bedürfnisse mit externen Dienstleistungen setzt das Unternehmen möglicherweise einen Präzedenzfall für andere, die mehr Kontrolle über ihre Daten anstreben. Gelingt das Vorhaben, könnte es mitbestimmen, wie Europa künftig Innovation mit dem Streben nach technologischer Autonomie in Einklang bringt.






