Schleswig-Holsteiner beziehen ihre Rente heute fast ein Jahr länger als 2019
Noah WernerMenschen im Norden erhalten Renten länger - Schleswig-Holsteiner beziehen ihre Rente heute fast ein Jahr länger als 2019
Die Menschen in Schleswig-Holstein beziehen ihre Altersrente heute länger als noch vor fünf Jahren. Die aktuellen Zahlen für 2024 zeigen eine durchschnittliche Bezugsdauer von 21,3 Jahren – ein Anstieg gegenüber 20,8 Jahren im Jahr 2019. Frauen in der Region erhalten ihre Rente dabei im Schnitt fast drei Jahre länger als Männer.
Das durchschnittliche Renteneintrittsalter in Schleswig-Holstein ist in den vergangenen fünf Jahren leicht gestiegen. Während die Einwohner:innen 2019 im Schnitt mit 64,4 Jahren in Rente gingen, lag dieses Alter 2024 bei 64,8 Jahren. Trotz des späteren Eintritts hat sich die Gesamtbezugsdauer der Rente verlängert.
Frauen beziehen in der Region ihre Altersrente durchschnittlich 22,7 Jahre lang, Männer hingegen 19,7 Jahre. Diese Differenz spiegelt allgemeine Trends bei der Lebenserwartung und den Renteneintrittsmustern wider. Deutschlandweit belasten demografische Verschiebungen die Rentensysteme: Das Verhältnis von Rentner:innen zu Beitragszahler:innen wird voraussichtlich von 30 pro 100 im Jahr 2022 auf 36 im Jahr 2031 steigen. Aktuell erhalten in Schleswig-Holstein rund 638.000 Menschen eine gesetzliche Altersrente. Bundesweit liegt die Zahl der Rentenbezieher:innen bei etwa 18,9 Millionen.
Obwohl die Rentenhöhe bis 2031 stabil bei 48 Prozent des Durchschnittseinkommens bleiben soll, werden die Beitragssätze bis 2028 auf 20 Prozent steigen – was zusätzliche Bundesmittel erfordert. Die längere Bezugsdauer in Schleswig-Holstein geht mit einem schrittweisen Anstieg des Renteneintrittsalters und einer weiterhin hohen Lebenserwartung einher. Angesichts des wachsenden demografischen Drucks steigen die Kosten für das System: Bis 2031 werden Mehrausgaben von 15,7 Milliarden Euro erwartet. Die Pläne der Regierung zielen darauf ab, das Rentenniveau zu halten, doch in den kommenden Jahren werden Anpassungen bei Beiträgen und Finanzierung notwendig sein.