Schleswig-Holstein kämpft mit Zehn-Punkte-Plan gegen digitale sexualisierte Gewalt
Emilia KönigSchleswig-Holstein kämpft mit Zehn-Punkte-Plan gegen digitale sexualisierte Gewalt
Schleswig-Holstein startet Zehn-Punkte-Plan gegen digitale sexualisierte Gewalt
Die Initiative folgt auf Enthüllungen der Schauspielerin Collien Fernandes, die auf gefälschte Profile stieß, über die explizites Material unter ihrem Namen verbreitet wurde. Minister:innen und Koalitionspartner:innen setzen sich nun für strengere Schutzmaßnahmen gegen digitale Übergriffe ein.
Der Fall von Collien Fernandes löste die Maßnahmen aus, nachdem die Staatsanwaltschaft Itzehoe die Ermittlungen wiederaufgenommen hatte. Ihre Erfahrungen zeigten, wie Deepfakes und Fake-Profile gezielt zur Schädigung von Betroffenen eingesetzt werden können. Die Landesregierung reagiert unter anderem mit Schulungen für Mitarbeiter:innen in Frauenhäusern, um digitale Bedrohungen wie Spionage-Apps oder Tracking-Geräte zu erkennen.
Schleswig-Holstein verfügt bereits über ein gut ausgebautes Netz an Schutzunterkünften und Beratungsstellen, das durch 1,8 Millionen Euro für neue Projekte gestärkt wird. Eine öffentliche Aufklärungskampagne soll nun bestehende Hilfsangebote bekannter machen – etwa die Hotline "Gewalt gegen Frauen" (116 016). Zudem erhalten potenzielle Opfer Leitfäden, um Deepfakes und gefälschte Accounts zu identifizieren.
Die Polizei wird mit besseren Werkzeugen ausgestattet, darunter neue Software und KI-gestützte Analysemethoden, um digitale Gewalt effektiver zu bekämpfen. Federführend ist Gleichstellungsministerin Aminata Touré, unterstützt von Innenministerin Magdalena Finke und Vertreter:innen der Koalition. Auch die Bildungs- und Justizministerien sind eingebunden; das Kieler Petze-Institut schult Fachkräfte aus Pädagogik und Jurisprudenz.
Die SPD-Landtagsfraktion begrüßt die Initiative, kritisiert jedoch das Fehlen einer langfristigen Strategie.
Ziel der Maßnahmen ist es, den Schutz vor digitaler Gewalt in Schleswig-Holstein nachhaltig zu verbessern. Frauenhäuser, Polizei und Beratungsstellen erhalten zusätzliche Ressourcen, um dem Problem zu begegnen. Nun liegt der Fokus der Landesregierung auf der Umsetzung des Plans und der Evaluation seiner Wirkung.






