26 April 2026, 20:06

Salzburger Festspiele in der Zerreißprobe: Warum Currentzis polarisiert

Ein Mann spricht an einem Podium mit einem Mikrofon vor einem Schild, auf dem "National Book Festival Geschichte & Biografie" steht.

Salzburger Festspiele in der Zerreißprobe: Warum Currentzis polarisiert

Salzburger Festspiele vor neuer Kontroverse vor der nächsten Ausgabe

Die Salzburger Festspiele stehen vor ihrer nächsten Auflage erneut in der Kritik. Karin Bergmann, die kommissarische Leiterin des Festivals, hält trotz der Verbindungen des Dirigenten Teodor Currentzis zu russischen Unternehmen mit Bezug zum Ukraine-Krieg an ihm fest. Die Gründungsprinzipien des Festivals betonen die moralische Verantwortung der Kunst – doch aktuelle Auseinandersetzungen stellen diese Mission infrage.

Bergmann übernahm die Führung, nachdem Fehler ihres Vorgängers einen Wechsel an der Spitze erzwungen hatten. Nun balanciert sie zwischen der Bewahrung der Festival-Tradition und einer Neuausrichtung. Ihre Pläne sehen vor, große Teile des alten Teams zu behalten – ein Schritt, den manche als Versuch werten, das Erbe des Festivals aufzupolieren, statt es grundlegend zu reformieren.

Im Mittelpunkt der Debatte steht Currentzis, ein russischer Staatsbürger mit Verbindungen zu staatlich unterstützten Konzernen wie Gazprom und VTB. Musiker seines Ensembles MusicAeterna haben mit Angriffen auf die deutsche Politik und Vergleichen von Journalisten mit Nazis für Empörung gesorgt. Bergmann jedoch verteidigt ihn weiterhin als Dirigenten der Hinterhäuser-Aufführungen.

Die Sopranistin Anna Netrebko hingegen, obwohl russischer Herkunft, hat sich längst von dem Land distanziert. Seit Jahren tritt sie dort nicht mehr auf und konzentriert sich auf Engagements in Europa. Der Kontrast zwischen ihrer Haltung und Currentzis' Position verschärft die Diskussion über die Werte des Festivals.

Bergmanns Nachfolgerin oder Nachfolger wird erst im September gewählt – bis dahin muss sie die aktuellen Spannungen bewältigen.

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Die nächsten Schritte des Festivals werden zeigen, ob es seinen ethischen Ansprüchen gerecht wird oder weiteren Gegenwind riskiert. Bergmanns Unterstützung für Currentzis steht im Widerspruch zur Festival-Charta, die Kunst eine kulturelle und moralische Pflicht auferlegt. Eine dauerhafte Lösung im September könnte die Ausrichtung der Veranstaltung neu prägen.

Quelle