Sabotagewelle 2025: Wie Russland Deutschlands Verkehrsinfrastruktur ins Visier nimmt
Emilia KönigSabotagewelle 2025: Wie Russland Deutschlands Verkehrsinfrastruktur ins Visier nimmt
Deutsche Behörden haben ihre Bemühungen gegen Sabotageakte an Verkehrsinfrastrukturen intensiviert. Mehrere spektakuläre Vorfälle im Jahr 2025 deuten auf koordinierte Angriffe hin, von denen einige mit russischer hybrider Kriegsführung in Verbindung gebracht werden. Das Bundeskriminalamt (BKA) verzeichnete im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg solcher Straftaten.
Das Jahr begann mit einem gezielten Sabotageakt am 12. Januar. Ein Güterzug entgleiste zwischen Essen und Oberhausen, nachdem eine Metallklemme auf den Schienen platziert worden war. Der Zug sollte eigentlich einen US-Militärkonvoi transportieren, doch eine Verspätung führte zu einer Umleitung, wodurch die Falle knapp umgangen wurde.
Im Mai nahmen Bundesanwälte drei Männer fest, die der Planung von Brand- und Bombenanschlägen auf den deutschen Güterverkehr beschuldigt wurden. Sie sollen als niederrangige Agenten von russischen Hintermännern angeworben worden sein. Später im selben Monat folgten zwei weitere Festnahmen unter ähnlichen Vorwürfen.
Die Angriffe beschränkten sich nicht auf Schienenwege. Ende Juli führten zwei Kabelbrände zwischen Duisburg und Düsseldorf zu erheblichen Dienstausfällen. Ermittler gehen von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Ein Feuer in einem Berliner Kabelkanal im Januar hatte zudem den Regionalverkehr lahmgelegt; hier bekannten sich linksextremistische Täter zu der Tat.
Das BKA erfasste 2025 insgesamt 93 Straftaten als gezielte Sabotage an Verkehrsinfrastrukturen – ein Anstieg gegenüber 78 Fällen im Jahr 2023 und 58 im Jahr 2024. Zwölf dieser Delikte fielen unter die neu geschaffene Rechtskategorie „agenturbezogene Sabotagehandlungen“, die im selben Jahr eingeführt wurde. Auch in anderen europäischen Ländern kam es zu Anschlägen: Zwei Ukrainer führten im Auftrag Russlands Sprengstoffanschläge auf eine wichtige Eisenbahnstrecke zwischen Warschau und Lublin durch.
Im September gerieten zudem Aufklärungsaktivitäten in den Fokus. Ein Frachtschiff in den Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals wurde durchsucht, nachdem Behörden vermuteten, dass von dort aus eine Drohne zu Spionagezwecken gestartet worden war.
Der Anstieg der Sabotagefälle spiegelt wachsende Sorgen über externe Einmischung in die deutsche Infrastruktur wider. Die Behörden ermitteln weiterhin in mehreren Vorfällen, von denen einige direkt mit ausländischen Staatsakteuren in Verbindung stehen. Die erweiterte Einstufung solcher Straftaten durch das BKA unterstreicht die sich wandelnde Bedrohungslage.






