Rostocks Nahverkehr steht still – Tarifstreit eskaliert mit ganztägigem Streik
Emilia KönigÖPNV-Tarifverhandlungen und Warnstreik in Rostock - Rostocks Nahverkehr steht still – Tarifstreit eskaliert mit ganztägigem Streik
Öffentlicher Nahverkehr in Rostock steht erneut vor ganztägigem Stillstand – Tarifverhandlungen eskalieren
Der öffentliche Verkehr in Rostock sieht sich am Dienstag einem erneuten kompletten Ausfall gegenüber, da die Lohnverhandlungen zwischen Beschäftigten und Arbeitgebern in eine entscheidende Phase treten. Rund 2.800 Mitarbeiter in der Region werden die Arbeit niederlegen, wodurch Busse, Straßenbahnen und Fähren stillstehen, während die Gespräche in die vierte Runde gehen.
Die Gewerkschaft Verdi und die kommunalen Arbeitgeber werden sich um 10:00 Uhr in Rostock treffen, um die Verhandlungen fortzusetzen. Die Beschäftigten fordern eine 35-Stunden-Woche ohne Lohnkürzungen, eine 30-prozentige Erhöhung der Fahrerzulagen sowie die volle Auszahlung der Jahresboni. Die Arbeitgeberseite hat die Forderung nach verkürzten Arbeitszeiten bereits als nicht finanzierbar zurückgewiesen.
Der Streik wird das Rostocker Verkehrsnetz vollständig lahmlegen. Sämtliche Verbindungen der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) fallen aus, Busse und Bahnen bleiben in den Depots stehen. Lediglich die Fähren der Weißen Flotte werden weiter verkehren, ebenso wie die S-Bahn und Regionalzüge der Deutschen Bahn sowie die Buslinien von Rebus.
Die aktuelle Arbeitsniederlegung reiht sich in eine Serie früherer Konflikte ein, darunter ein Streik im Februar 2026, der Lohnerhöhungen für studentische Beschäftigte im Bildungsbereich durchsetzte. Damals stieg der Stundenlohn auf 15,20 Euro im Sommer 2026 und auf 15,90 Euro im Folgejahr. Ein eigenständiger Tarifvertrag für Studierende kam jedoch nicht zustande.
Die Streikaktion wird den Reiseverkehr für tausende Fahrgäste in der Region massiv beeinträchtigen. Da noch keine Einigung in Sicht ist, hängt die Rückkehr zum Normalbetrieb von den weiteren Verhandlungen ab. Das Ergebnis könnte zudem richtungsweisend für künftige Tarifauseinandersetzungen im deutschen ÖPNV-Sektor werden.






