Riesling-Wellness oder Aprilscherz? Schloss Vollrads' unvollendetes Spa-Projekt
Noah WernerRiesling-Wellness oder Aprilscherz? Schloss Vollrads' unvollendetes Spa-Projekt
Ungewöhnliche Ankündigungen und Aprilscherze aus dem Rheingau
Am 1. April 2024 sorgte eine Reihe ungewöhnlicher Bekanntmachungen aus der Rhein-Region für Aufsehen. Manche waren harmlose Scherze, andere klangen nach ehrgeizigen, aber vagen Projekten. Besonders Aufmerksamkeit erregte die Ankündigung von Schloss Vollrads, das Pläne für eine auf Riesling-Wein ausgerichtete Wellness-Oase vorstellte – eine Idee, die sowohl Neugier als auch Skepsis auslöste.
Das Konzept sah Vinotherapie-Behandlungen in räumen vor, die wie Weinkeller gestaltet waren, kombiniert mit Mineralwasser-Kuren. Doch zwei Jahre später gibt es kaum Fortschritte, und die Zukunft des Projekts bleibt ungewiss.
Schloss Vollrads, das historische Weingut in Oestrich-Winkel, hatte ein Wellness-Spa rund um den Riesling angekündigt. Geplant waren klimatisierte Räume, die an Weinreifekeller erinnern sollten, ergänzt durch Heilwasser-Anwendungen und naturbasierte Entspannungsangebote. Ziel war es, die Region zu einem Wellness-Ziel zu machen, das Weinkultur mit Gesundheitstourismus verbindet.
Von Anfang an war die Reaktion gespalten: Während Weinliebhaber Interesse zeigten, kritisierten Nachhaltigkeitsexperten den möglichen Ressourcenverschwendung. Bis Anfang 2026 hatte jedoch kein Baubeginn stattgefunden. Branchenberichte der DLG und von Weingut-Publikationen nannten Verzögerungen bei Genehmigungen und Finanzierungslücken als Hauptgründe.
Anderswo sorgten Aprilscherze für Heiterkeit: Der Mainzer FDP-Politiker Thomas A. Klann behauptete scherzhaft, er wechsle zur CDU. Ein ortsansässiger Metzger namens Peter gab bekannt, neuer Koch beim Fußballclub Mainz 05 zu werden. In Ahrweiler präsentierte die Freiwillige Feuerwehr ein "Feuerwehrpferd" als neues Einsatzfahrzeug, und ein Winzer aus dem Ahrtal erfand einen "Rotwein-Whirlpool" mit angeblichen Gesundheitsvorteilen.
Auch Ludwig Holle, Mainzer Baudezernent, beteiligte sich mit einem satirischen Video: Er verkündete einen Baustopp, um die vielen Baustellen der Stadt als "Kulturgüter" zu erhalten – eine Anspielung auf den Ruf von Mainz als Stadt der Dauerbaustellen.
Während die Aprilscherze schnell in Vergessenheit gerieten, harren die Pläne für das Riesling-Spa in Schloss Vollrads weiterhin einer Umsetzung. Die Vision eines Wellness-Zentrums bleibt vorerst unvollendet, doch für einen Tag stand die spielerische Seite der Region im Mittelpunkt.






