Rheinmetall setzt trotz schwacher Quartalszahlen auf massive Expansion in Rüstung und Schiffbau
Claudia SeidelRheinmetall setzt trotz schwacher Quartalszahlen auf massive Expansion in Rüstung und Schiffbau
Rheinmetall meldet gemischte Quartalszahlen – doch die Expansionspläne laufen auf Hochtouren
Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat für das erste Quartal ein uneinheitliches Ergebnis vorgelegt, treibt gleichzeitig aber ehrgeizige Wachstumsvorhaben voran. Der Umsatz stieg um 8 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro, verfehlte damit jedoch die Erwartungen der Analysten. Trotz der enttäuschenden Zahlen hielt das Unternehmen an seiner Jahresprognose fest und kündigte neue strategische Schritte im Raketenbau und Schiffbau an.
Das operative Ergebnis kletterte um 17 Prozent auf 224 Millionen Euro – ebenfalls unter den erwarteten 262 Millionen. Die Anleger reagierten mit Kursverlusten von über 2 Prozent nach Bekanntgabe der Zahlen.
Rekord-Auftragsbestand und neue Geschäfte im Schiffbau Der Auftragsbestand von Rheinmetall sprang um 31 Prozent auf 73 Milliarden Euro, wobei erstmals auch die Sparte Naval Systems enthalten ist. Das Unternehmen zielt auf Großaufträge im Bereich Marinesysteme und militärische Fahrzeuge ab. Die Munitionsfabrik im spanischen Murcia soll im zweiten Quartal die volle Kapazität erreichen.
Bei der Expansion hat Rheinmetall ein vorläufiges Angebot für die German Naval Yards Kiel abgegeben. Zudem prüft der Konzern den Kauf von Teilen der rumänischen Werft Mangalia. Im Raketensektor plant das Unternehmen gemeinsam mit dem niederländischen Partner Destinus ab Ende 2026 oder Anfang 2027 moderne Marschflugkörper zu produzieren. Die Destinus Ruta Block 2 mit einer Reichweite von über 700 Kilometern ist darauf ausgelegt, kritische Infrastruktur zu treffen.
Kooperationen mit US-Rüstungskonzernen – Jahresausblick bleibt stabil Rheinmetall lotet zudem eine Zusammenarbeit mit Raytheon im Raketenbereich aus, während die Gespräche mit Lockheed Martin nur langsam vorankommen. Die Jahresprognose bleibt unverändert: Der Umsatz soll zwischen 14 und 14,5 Milliarden Euro liegen, die operative Marge bei etwa 19 Prozent.
Trotz des schwächeren Jahresstarts baut Rheinmetall seine Verteidigungsfähigkeiten weiter aus. Mit dem Fokus auf Marinesysteme, Raketenproduktion und strategische Übernahmen will sich das Unternehmen langfristig besser positionieren. Analysten werden genau beobachten, wie sich neue Aufträge und Produktionszeitpläne entwickeln.






