René Benko vor Bundesgerichtshof: Betrugsprozess um Millionenveruntreuung beginnt
Claudia SeidelRené Benko vor Bundesgerichtshof: Betrugsprozess um Millionenveruntreuung beginnt
René Benko bleibt weiterhin in Untersuchungshaft, während sich seine juristischen Probleme verschärfen. Für Donnerstag ist eine Verhandlung vor dem Bundesgerichtshof angesetzt, bei der die Münchner Staatsanwaltschaft Vorwürfe wegen Betrugs und Untreue in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro prüft. Im Mittelpunkt des Falls stehen veruntreute Gelder aus mehreren Großprojekten.
Ermittlern zufolge fungierte Signa Prime Selection wie ein finanzieller „Staubsauger“, der systematisch Mittel aus anderen Vorhaben abzog. Eine Zahlung von 120 Millionen Euro für das Bahnhofplatz-Projekt, die eigentlich für Liquidität und Mieterträge vorgesehen war, soll umgelenkt worden sein. Dieselbe Vorgehensweise wurde bei einer 187-Millionen-Investition eines saudischen Staatsfonds angewendet.
Die zweckentfremdeten Gelder flossen stattdessen in die Deckung von Liquiditätsengpässen und stützten eine Kapitalerhöhung für den Erwerb des Londoner Kaufhauses Selfridges. Gerichtlich bestellte Verwalter untersuchen nun im Rahmen von Benkos Privatinsolvenz auch wertvolle Frauenringe. Dies ist bereits das 18. Strafverfahren gegen ihn wegen Verdachts auf Gelderveruntreuung.
Bei einer Verurteilung stünde für Benko erstmals ein offizielles Schuldspruch im Zusammenhang mit der Signa-Affäre an. Seit Januar 2025 sitzt er in Haft, während die Ermittlungen weiterlaufen. Die anstehenden Verhandlungen werden entscheiden, ob er in diesem Fall erstmals rechtskräftig verurteilt wird. Das Ergebnis könnte weitreichende juristische und finanzielle Folgen für den umkämpften Milliardär haben. Die Staatsanwaltschaft bleibt auf die mutmaßliche Veruntreuung beträchtlicher Summen über mehrere Projekte hinweg fokussiert.
