18 March 2026, 00:11

Regierung unter Druck: SPD wirft Zögern bei Völkerrechtsfragen vor

Mindmap mit dem Titel "Auswirkungen der Israel-Lobby jenseits der USA" mit Zweigen, die die in die Lobby involvierten Regionen und Länder darstellen, einschließlich Israel, Palästina und dem Vereinigten Königreich.

Iran-Krieg: Verstoß gegen internationales Recht oder nicht? - Regierung unter Druck: SPD wirft Zögern bei Völkerrechtsfragen vor

Die deutsche Regierungscoalition gerät zunehmend unter Druck wegen ihrer Reaktion auf die jüngsten US-israelischen Angriffe auf den Iran. Die oppositionelle SPD wirft der Regierung vor, keine klare Haltung dazu zu beziehen, ob die Attacken gegen das Völkerrecht verstoßen. Kritiker argumentieren, dass dieses Zögern Deutschlands Glaubwürdigkeit auf der internationalen Bühne schwächen könnte.

Die außenpolitischen Experten der SPD bezeichnen die US-israelischen Schläge als eindeutigen Bruch des Völkerrechts. Sie verweisen auf frühere Fälle, in denen Deutschland eine klare Position bezogen habe – etwa als Bundeskanzler Gerhard Schröder 2003 gemeinsam mit Frankreichs Präsident Jacques Chirac den Irak-Krieg ablehnte. Erst kürzlich hatte die Regierung einen US-Militärschlag in Venezuela verurteilt und die Rechtmäßigkeit von Handlungen während des Zwölf-Tage-Kriegs im vergangenen Jahr infrage gestellt.

Nun jedoch wirft die SPD der Regierung vor, aus Angst vor Konflikten mit dem US-Präsidenten zurückhaltend zu agieren. Parteivertreter wie Rolf Mützenich und Adis Ahmetovic betonen, dass innenpolitische Rücksichtnahmen Deutschlands strategische Handlungsfreiheit einschränkten. Sie warnen, dass die Vermeidung klarer Stellungnahmen zu offensichtlichen Völkerrechtsverstößen die regelbasierte Weltordnung untergrabe.

Die SPD unterstreicht zudem, dass eine konsequente deutsche und europäische Außenpolitik entscheidend sei, um die internationale Unterstützung für die Ukraine aufrechtzuerhalten. Ohne klare Prinzipien, so die Argumentation, könnte Deutschlands Bewerbung um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat leiden. Zwar hat die Kritik der Regierung an den Angriffen an Schärfe gewonnen, doch eine abschließende Bewertung ihrer Rechtmäßigkeit steht noch aus.

Frühere deutsche Regierungen handelten dagegen entschlossener: Als der damalige US-Präsident Donald Trump die Annexion Grönlands ins Spiel brachte, lehnte Berlin den Vorschlag umgehend als Verstoß gegen internationale Normen ab. Die SPD fordert nun dieselbe Klarheit bei den Iran-Angriffen und besteht darauf, dass Glaubwürdigkeit nur durch die explizite Benennung von Verstößen gewahrt werden könne.

Die Bundesregierung bleibt unter Druck, ihre Position zu den US-israelischen Angriffen zu präzisieren. Die Warnungen der SPD spiegeln die Sorge wider, dass Deutschlands Ruf als Hüterin des Völkerrechts auf dem Spiel steht. Ohne eine klare Haltung, so die Kritik, könnte der Einfluss des Landes in der globalen Diplomatie weiter schrumpfen.

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