03 April 2026, 08:05

Präsenzpflicht im Büro: Warum viele Angestellte nur noch "zur Show" kommen

Eine Liniengrafik auf einem weißen Hintergrund mit der Überschrift "Die Vorteile der erhöhten Produktivität der letzten 35 Jahre sind nicht der Mittelschicht zugute gekommen."

Präsenzpflicht im Büro: Warum viele Angestellte nur noch "zur Show" kommen

Immer mehr Unternehmen führen nach der Lockerung während der Pandemie wieder strenge Präsenzregeln im Büro ein. Konzerne wie SAP, Otto und Volkswagen verlangen von ihren Mitarbeitenden nun häufiger, an ihren Arbeitsplätzen zu erscheinen. Doch Studien zeigen: Bloße Anwesenheit im Büro garantiert noch lange keine bessere Arbeitsleistung.

Eine aktuelle Umfrage des Jobportals Indeed ergab, dass sich viele Beschäftigte weiterhin unter Druck gesetzt fühlen, länger im Büro zu bleiben – selbst wenn keine zusätzlichen Aufgaben anstehen. Mehr als ein Viertel (25,4 %) gab zu, nur deshalb länger zu bleiben, weil auch die Vorgesetzten noch da waren. Gleichzeitig erklärten 56,6 %, sie kämen lediglich "zur Show", obwohl sie von zu Hause aus effizienter arbeiten könnten.

Weitere Ergebnisse offenbaren, wie sich Arbeitnehmende an die Bürokultur anpassen: Fast 28 % räumten ein, ihren Status im Homeoffice manuell auf "verfügbar" zu setzen, um produktiv zu wirken. Noch auffälliger: Über zwei Drittel (66,2 %) wären sogar bereit, fünf Prozent Gehaltseinbußen hinzunehmen – wenn ihre Leistung allein nach Ergebnissen und nicht nach Präsenzzeiten bewertet würde.

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Vodafone hat bereits verbindliche Präsenzquoten für seine Belegschaft eingeführt. Ob andere große deutsche Unternehmen mit über 5.000 Mitarbeitenden seit 2023 nachgezogen haben, lässt sich mit aktuellen Daten jedoch nicht belegen. Viele Beschäftigte fordern weiterhin Veränderungen, um das Büroleben attraktiver zu gestalten: 47,3 % wünschen sich kürzere Anfahrtswege oder Zuschüsse für den Arbeitsweg.

Die Rückkehr zur Präsenzpflicht zeigt, wie sehr Unternehmensvorgaben und Mitarbeiterwünsche auseinanderklffen. Während Firmen auf Anwesenheit pochen, zweifeln viele Angestellte daran, dass physische Präsenz die Produktivität tatsächlich steigert. Die Debatte über Leistung und Flexibilität am Arbeitsplatz bleibt vorerst ungelöst.

Quelle