Politische Straftaten erreichen Rekordhoch – Justiz am Limit
Politisch motivierte Straftaten in Deutschland haben einen neuen Höchststand erreicht. Im vergangenen Jahr verzeichneten die Behörden 85.800 Delikte – ein Anstieg um fast zwei Prozent. Darunter stieg die Zahl der Gewaltverbrechen um 1,2 Prozent auf bundesweit 4.200 Fälle.
Der starke Anstieg überlastet die Staatsanwaltschaften. Durch Personalmangel müssen nun drei Ermittler die Arbeit von vier bewältigen. Bei einem Fehl von rund 2.000 Staatsanwälten und Ermittlern ist der Rückstau an ungelösten Fällen seit 2020 um etwa 50 Prozent gewachsen.
Um die Lage zu bewältigen, werden viele kleinere Verfahren aus Zeitgründen frühzeitig eingestellt. Die Justizministerkonferenz hat wiederholt Maßnahmen zur Bewältigung der Krise gefordert. Nun erwartet der Deutsche Richterbund (DRB), dass der geplante Rechtsstaats-Pakt – eine mögliche Lösung – noch vor der Sommerpause finalisiert wird.
Das Justizsystem steht unter zunehmendem Druck, da politisch motivierte Straftaten weiter zunehmen. Ohne zusätzliches Personal dürften Verzögerungen und eingestellte Verfahren anhalten. Der anstehende Rechtsstaats-Pakt soll die Belastung verringern – doch sein Erfolg hängt von einer zügigen Umsetzung ab.






