Pistorius hält an freiwilliger Bundeswehr fest – trotz Personalmangel und Milliardenkosten
Emilia KönigPistorius hält an freiwilliger Bundeswehr fest – trotz Personalmangel und Milliardenkosten
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat trotz des jüngsten Scheiterns des FCAS-Programms seine Verpflichtung zur deutsch-französischen Zusammenarbeit bekräftigt. Bei aktuellen Gesprächen thematisierte er zudem anhaltende Herausforderungen bei der Rekrutierung von Soldatinnen und Soldaten sowie bei den Verteidigungsausgaben.
Pistorius bestätigte, dass die Bundeswehr vorerst weiterhin auf das Freiwilligenprinzip setzen wird. Eine Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht sei nicht geplant, da es an Ausbildern und Infrastruktur fehle. Auch eine bedarfsgerechte selektive Musterung stehe derzeit nicht zur Debatte.
Allerdings einigte sich die Ampelkoalition darauf, dass bei einem künftigen Überhang an offenen Stellen im Vergleich zu qualifizierten Bewerbern korrigierende Maßnahmen ergriffen werden könnten. Um die Verteidigungsfähigkeit zu stärken, wurde zudem ein neuer Runden Tisch ins Leben gerufen, der das Know-how der Automobilindustrie für die Rüstungsbranche nutzbar machen soll.
Die Bundeswehr befindet sich im Aufbau, und die Bundesregierung beobachtet die Entwicklung genau. Gleichzeitig sind die Kosten für das Fregatten-Projekt F126 für die Marine drastisch auf über 18 Milliarden Euro gestiegen – ein Plus von 8 Milliarden. Pistorius, der sich in seiner aktuellen Rolle wohlfühlt, schloss eine Kandidatur als SPD-Kanzlerkandidat aus und betonte, dass er als Verteidigungsminister noch wichtige Aufgaben vor sich habe.
Der Minister bleibt darauf fokussiert, die deutsche Armee durch freiwillige Rekrutierung und industrielle Kooperationen zu stärken. Die steigenden Kosten und der Personalmangel erfordern in den kommenden Jahren jedoch ein sorgfältiges Management.
