03 April 2026, 16:08

Ökonomen widersprechen Merz: Warum syrische Geflüchtete Deutschland nicht verlassen werden

Ein Plakat mit einer Karte von Syrien und Daten zu Binnenflüchtlingen aufgrund von Gewalt, begleitet von Text und Grafiken.

Ökonomen widersprechen Merz: Warum syrische Geflüchtete Deutschland nicht verlassen werden

In Deutschland leben derzeit fast eine Million syrische Geflüchtete, die jedoch ungleich auf die Bundesländer verteilt sind. Aktuelle Zahlen für 2024 zeigen die höchsten Konzentrationen in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern. Nun stellen Ökonomen die Behauptung infrage, dass der Großteil der Geflüchteten das Land bald verlassen werde.

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte kürzlich erklärt, dass 80 Prozent der syrischen Geflüchteten in Deutschland innerhalb der nächsten drei Jahre in ihre Heimat zurückkehren würden. Fühende Wirtschaftsforschungsinstitute halten diese Prognose jedoch für unrealistisch. Experten warnen, dass ein derartiger Massenexodus die deutsche Arbeitskraft und Wirtschaft destabilisieren könnte.

Viele Syrer haben inzwischen Arbeit gefunden und sich in lokalen Gemeinschaften etabliert. Ein plötzlicher Weggang könnte den Arbeitsmarkt verkleinern und die Produktionskapazitäten schwächen, wie Timo Wollmershäuser vom ifo Institut betont. Zudem habe die jüngere Zuwanderung dazu beigetragen, die Folgen der alternden Bevölkerung abzufedern.

Geraldine Dany-Knedlik vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ergänzte, dass selbst eine teilweise Rückkehr der Syrer die ohnehin stockende Wachstumsdynamik Deutschlands zusätzlich belasten würde. Bei einem Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung würden die demografischen Herausforderungen weiter zunehmen – mit negativen Folgen für die langfristige wirtschaftliche Stabilität.

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Die Debatte unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung syrischer Geflüchteter in Deutschland. Ihre Integration in den Arbeitsmarkt hat der alternden Gesellschaft kurzfristig Entlastung verschafft. Ein massenhafter Wegzug könnte nun neue Hindernisse für Wachstum und die Verfügbarkeit von Fachkräften schaffen.

Quelle