12 June 2026, 14:05

Norddeutschland will eigenen Strommarkt mit Dänemark gründen – und verlässt deutschen Verbund

Norddeutsch-Dänische Strompreiszone

Norddeutschland will eigenen Strommarkt mit Dänemark gründen – und verlässt deutschen Verbund

Schleswig-Holstein und möglicherweise auch Hamburg prüfen einen Austritt aus dem einheitlichen deutschen Strommarkt. Stattdessen schlagen sie vor, mit Westdänemark eine gemeinsame Preiszone zu bilden, um ihre Windenergie effizienter zu nutzen. Der Vorstoß hat die Diskussion über die Struktur des deutschen Strommarkts neu entfacht.

Das aktuelle System behandelt Deutschland wie eine einzige „Kupferplatte“ – theoretisch können Erzeuger jeden Verbraucher zu jeder Zeit beliefern. Doch in der Praxis führen Netzengpässe dazu, dass Windstrom aus dem Norden oft nicht zu den Verbrauchszentren im Süden gelangt.

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Im bestehenden Modell fällt überschüssiger Windstrom im Norden häufig mit Spitzenlasten in anderen Regionen zusammen. Diese Diskrepanz bringt den windreichen Gebieten kaum finanzielle Vorteile. Schleswig-Holstein argumentiert, dass regionale Preiszonen es den Gebieten mit hoher lokaler Erzeugung ermöglichen würden, ihre Überschüsse zuerst gewinnbringend zu vermarkten.

Nachbarländer diskutieren bereits seit Langem über eine Aufteilung der deutschen Gebotszone, da die Kluft zwischen Marktmodell und physischer Realität immer größer wird. Der Vorschlag der nördlichen Bundesländer folgt klaren Eigeninteressen – genau wie die Ablehnung durch die südlichen Länder. Manche fordern nun eine grundlegende Reform des Marktes, möglicherweise mit der Einführung mehrerer Preiszonen.

Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen Markttheorie und Netzkapazitäten. Eine Umstellung auf regionale Preise könnte den Nordstaaten höhere Erlöse aus ihrer Windkraft bescheren – und gleichzeitig die Kosten verringern, die durch die heutigen Ineffizienzen entstehen.

Quelle