28 June 2026, 12:04

Netzeband wird zur Bühne: Theatersommer mit "Unter dem Milchwald" und Dorfmagie

Die Magie des Milchholzes

Netzeband wird zur Bühne: Theatersommer mit "Unter dem Milchwald" und Dorfmagie

Netzeband in Brandenburg wird zum Schauplatz des Theatersommers

Vom Mitte Juni bis Ende August verwandelt sich das kleine Dorf Netzeband in Brandenburg erneut in eine Kulturstätte von überregionaler Bedeutung: Der alljährliche Theatersommer findet statt – ein Festival, das unter der Leitung von Frank Matthus längst zu einem der bedeutendsten kulturellen Ereignisse der Region herangewachsen ist. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr eine opulente Freilichtinszenierung von Dylan Thomas’ Hörspielklassiker „Unter dem Milchwald“ – aufgeführt von Generationen von Netzebander Dorfbewohnern.

Die Wurzeln des Festivals reichen bis ins Jahr 1996 zurück, als der Schauspieler, Regisseur und Autor Frank Matthus den ersten Theatersommer ins Leben rief. Seine Vision knüpfte an frühere Initiativen des Landschaftsarchitekten Horst Wagenfeld an, der bereits die Dorfkneipe und die Kirche Netzebands vor dem Verfall bewahrt hatte. Im Laufe der Jahre baute Matthus das Festival aus und führte 2006 mit dem Konzept des „synchronisierten Theaters“ großformatige Produktionen ein.

In diesem Sommer steht neben der langjährigen „Unter dem Milchwald“-Adaption die Premiere von „Die Nacht des Schicksals“ auf dem Programm. Die Inszenierung von „Unter dem Milchwald“ verwandelt Netzeband dabei in Llareggub, das fiktive Dorf aus Thomas’ Stück – inklusive Ortsschild und überlebensgroßen Figuren. Die Dorfbewohner aller Altersgruppen wirken mit: Sie basteln Puppen, gestalten Bühnenbilder und spielen Szenen nach. Selbst die natürliche Klangkulisse wird Teil der Aufführung: Der in den USA geborene Tenor J. Warren Mitchell leiht seine Stimme dem Chor aus 79 Vogelarten, von denen 28 auf der Roten Liste stehen und deren Gesänge die Luft erfüllen.

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Matthus’ Ziel ist es, den Theatersommer zu einem Kultstatus zu führen – vergleichbar mit den Salzburger „Jedermann“-Festspielen oder dem Passionsspiel in Oberammergau. Sein Anspruch spiegelt die tiefe Verwurzelung des Festivals in der Dorfgemeinschaft und dessen anhaltende Faszination wider.

Das Festival blüht weiter auf: „Unter dem Milchwald“ wird mittlerweile von der zweiten und dritten Generation der Netzebander auf die Bühne gebracht. Das diesjährige Programm verspricht, Besucher aus nah und fern anzuziehen – eine Mischung aus Theater, Natur und lebendiger Tradition. Der Theatersommer bleibt damit ein Beweis für die kulturelle Wiedergeburt des Dorfes und seinen gemeinschaftlichen Geist.

Quelle