Mönchengladbach trotzt dem Wohnungsbau-Crash in NRW mit Rekordzahlen
Claudia SeidelMönchengladbach trotzt dem Wohnungsbau-Crash in NRW mit Rekordzahlen
Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen auf 14-Jahres-Tief – Mönchengladbach als positive Ausnahme
Der Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen ist 2025 auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren gesunken: Die Fertigstellungen brachen drastisch ein. Im gesamten Bundesland wurden nur noch 37.185 Wohnungen fertiggestellt – ein Rückgang um 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Währenddessen setzte Mönchengladbach einen Gegentrend und verdreifachte nahezu seine Bauaktivität, was der Stadt Spitzenplätze bei der Bautätigkeit einbrachte.
Die Wohnungsbaubranche in Nordrhein-Westfalen litt 2025 unter einer schwachen Dynamik: Die Bauquote sank auf nur noch 19,8 Wohnungen pro 10.000 Einwohner. Mit 37.185 fertiggestellten Wohneinheiten verzeichnete das Land den niedrigsten Wert seit 2011. Steigende Kosten und höhere Kreditzinsen – mittlerweile zwischen drei und vier Prozent – belasten die Bauherren zusätzlich.
Mönchengladbach als Vorreiter Ganz anders die Entwicklung in Mönchengladbach: Die Stadt erlebte einen regelrechten Bauboom. Mit 43,2 Millionen Euro an Wohnungsbauförderung für 218 Wohneinheiten erreichte sie fast den Rekordwert des Vorjahres. Die Baugenehmigungen für Neubauten stiegen um 73,6 Prozent, während die Fertigstellungen von 260 im Jahr 2024 auf 758 im Jahr 2025 hochschnellten. Mit einer Bauquote von 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner belegte die Stadt unter den kreisfreien Städten Platz drei – deutlich über dem Landesdurchschnitt.
Der Aufschwung begann bereits 2023 mit einer Investition von 43 Millionen Euro in die städtische Wohnungsbaugesellschaft WohnBau. Auch die Mittel für den sozialen Wohnungsbau wurden massiv aufgestockt: 2024 wurden 274 Prozent des ursprünglichen Haushaltsansatzes ausgeschöpft – ein deutlicher Anstieg gegenüber nur fünf Prozent im Jahr 2021. Trotz steigender Materialkosten, die sich im Wohnungsbaupreisindex Anfang 2025 um weitere 3,2 Prozent erhöhten, hielt Mönchengladbach die Bautätigkeit auf Kurs.
Zwei Welten: Rückgang im Land, Aufschwung in der Stadt Während der Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen auf den tiefsten Stand seit über einem Jahrzehnt gefallen ist, setzt Mönchengladbach mit einem deutlichen Anstieg bei Genehmigungen, Fertigstellungen und Fördermitteln ein Gegenzeichen. Durch gezielte Finanzspritzen und eine überdurchschnittliche Bauquote hebt sich die Stadt positiv ab – in einer Zeit, in der andere Regionen mit rückläufigen Zahlen kämpfen.






