Mitteldeutschland-Bahn: Bauverzögerung bis 2028 und Milliardenloch gefährden das Projekt
Claudia SeidelMitteldeutschland-Bahn: Bauverzögerung bis 2028 und Milliardenloch gefährden das Projekt
Baupläne für die Mitteldeutschland-Bahnverbindung erleiden schweren Rückschlag
Der Start der Bauarbeiten für die wichtige Schienenverbindung in Mitteldeutschland sollte eigentlich in diesem Jahr erfolgen – nun wurde er jedoch bis 2028 verschoben. Zudem klafft eine Finanzierungslücke von zwei Milliarden Euro, wodurch zentrale Abschnitte, darunter die Strecke Weimar–Gera–Gößnitz, ohne gesicherte Mittel dastehen.
Die BSW-Landtagsfraktion in Thüringen fordert dringendes Handeln und bezeichnet das Projekt als eine der wichtigsten Verkehrsinitiativen der Region. Geplant waren eine zügige Elektrifizierung sowie Modernisierungen zwischen Thüringen und Sachsen, doch das Bundesverkehrsministerium bestätigte, dass derzeit keine Mittel verfügbar sind.
Die vollständige Elektrifizierung der Strecke sollte den Fernverkehr deutlich verbessern: Züge aus Chemnitz und Dresden hätten über Erfurt schneller in die Rhein-Main-Region und ins Ruhrgebiet fahren sollen. Nun wurde die Fertigstellung jedoch auf 2032 verschoben.
Roberto Kobelt, verkehrspolitischer Sprecher der BSW, betonte die Dringlichkeit des Vorhabens. Besonders wichtig sei die Elektrifizierung des Abschnitts zwischen Weimar, Jena, Gera und Gößnitz. Auch der teilweise zweigleisige Ausbau, der ursprünglich vorgesehen war, steht nun vor weiteren Verzögerungen.
Die Mitteldeutschland-Bahnverbindung bleibt damit vorerst blockiert – sowohl wegen fehlender Finanzmittel als auch wegen terminlicher Probleme. Da die Bauarbeiten erst 2028 beginnen und die vollständige Elektrifizierung frühestens 2032 abgeschlossen sein wird, hängt die Zukunft des Projekts von zusätzlichen Bundesmitteln ab. Die BSW setzt sich weiterhin für eine beschleunigte Umsetzung ein und argumentiert, dass die Strecke für den Regional- wie Fernverkehr unverzichtbar sei.






