Mietpreise explodieren: Für 1.000 Euro gibt es heute bis zu 29 Quadratmeter weniger Wohnfläche
Noah WernerMietpreise explodieren: Für 1.000 Euro gibt es heute bis zu 29 Quadratmeter weniger Wohnfläche
Steigende Mieten setzen Mieter in ganz Deutschland unter Druck – bezahlbarer Wohnraum wird in den meisten Großstädten immer knapper. Eine aktuelle Studie zeigt: Für 1.000 Euro Kaltmiete bekommt man heute deutlich weniger Fläche als noch vor zwei Jahren. Experten warnen, dass sich die Lage ohne Gegenmaßnahmen weiter verschärfen wird.
In Wiesbaden konnten Mieter 2022 für 1.000 Euro noch 91 Quadratmeter anmieten. Heute sind es bei gleichem Budget nur noch 82 Quadratmeter – ein Verlust von 9 Quadratmetern oder fast 10 Prozent. Noch dramatischer ist die Entwicklung in Berlin: Hier erhalten Mieter für denselben Preis heute 16 Quadratmeter weniger.
Auch in Hamburg und Mainz ist die schrumpfende Wohnfläche spürbar: Hier gingen 12 beziehungsweise 9 Quadratmeter verloren. Den stärksten Rückgang verzeichnet jedoch das Ruhrgebiet. In Gelsenkirchen sind es 29 Quadratmeter weniger – der größte Verlust unter den 80 untersuchten Städten.
Die Krise hat mehrere Ursachen. Gestiegene Baukosten und höhere Zinsen treiben die Mieten in die Höhe. Hinzu kommen ein „Überlaufeffekt“, bei dem die Nachfrage von teuren Metropolen in kleinere Städte abwandert, sowie ein „Aufholeffekt“, durch den ehemals günstigere Regionen nun an teurere Märkte angleichen. In München reichen 1.000 Euro kaum noch für 50 Quadratmeter – ein deutliches Zeichen für die Zuspitzung der Lage.
Bundesweit haben 60 von 80 Städten mindestens 10 Prozent ihres bezahlbaren Wohnraums verloren. Immowelt-Chef Theo Mseka warnt, dass sich die Situation ohne gezielte Entlastung für die Baubranche weiter verschlechtern werde.
Die Studie offenbart ein klares Muster: Mieter erhalten für dasselbe Geld immer weniger Fläche. Da Baukosten und Zinsen hoch bleiben, wird sich der Druck auf den bezahlbaren Wohnraum vorerst nicht verringern. Besonders betroffen sind Städte wie Berlin, Hamburg und Gelsenkirchen – doch die Entwicklung ist ein bundesweites Problem.






