Metall- und Elektroindustrie kämpft mit drastischem Auftragseinbruch und Jobverlusten
Greta WagnerMetall- und Elektroindustrie kämpft mit drastischem Auftragseinbruch und Jobverlusten
Die Metall- und Elektroindustrie durchlebte im April einen weiteren schwierigen Monat. Die Auftragseingänge brachen stark ein, die Produktion ging weiter zurück, und der Arbeitsplatzabbau beschleunigte sich in der gesamten Branche.
Die Neuaufträge in der Industrie sanken von März auf April um 5,4 Prozent. Dies setzte einen breiteren Trend fort: Im Zeitraum Februar bis April lagen die Industrieaufträge um 3,1 Prozent niedriger als in den drei Vormonaten. Der Rückgang der Auftragseingänge um 3,8 Prozent im April im Vergleich zum Vormonat fiel damit steiler aus als von vielen erwartet – selbst nach Berücksichtigung von Vorzieheffekten im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt im März.
Auch die Produktion schwächte sich ab und ging im April um 2,0 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der vorherigen drei Monate zurück. Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug der Rückgang sogar 2,7 Prozent. Die aktuelle Produktion liegt damit 15 Prozent unter dem Niveau von 2018. Die Kapazitätsauslastung sank auf 79 Prozent und bleibt damit deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 85 Prozent.
Die Beschäftigung schrumpfte weiter: Allein im April gingen 15.600 Arbeitsplätze verloren – der stärkste Rückgang in einem einzigen Monat seit Juli 2020. Die Gesamtzahl der Beschäftigten in der Branche beläuft sich nun auf 3,746 Millionen. Seit 2019 sind über 300.000 Stellen in der Industrie abgebaut worden. Gleichzeitig stiegen die Unternehmensinsolvenzen in Deutschland im Mai 2025 auf 1.518 – ein Anstieg von 57 Prozent im Vergleich zum Mai-Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.
Trotz staatlicher Unterstützungsmaßnahmen zeigt die Branche keine Anzeichen einer Erholung. Aufträge, Produktion und Beschäftigung stehen weiterhin unter Druck, während die niedrige Kapazitätsauslastung und die hohe Zahl der Insolvenzen auf anhaltende Belastungen hindeuten. Die Herausforderungen der Industrie bleiben bestehen, ohne dass kurzfristig mit einer Entspannung zu rechnen wäre.






