Merz will telefonische Krankschreibungen abschaffen – doch die AOK widerspricht
Emilia König"Really necessary?" Merz kritisiert hohe Fehlzeiten - Merz will telefonische Krankschreibungen abschaffen – doch die AOK widerspricht
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Besorgnis über die steigenden Krankschreibungszahlen in Deutschland geäußert. Arbeitnehmer:innen fehlen im Schnitt mittlerweile 14,5 Tage pro Jahr – eine Entwicklung, die von der Regierung kritisch gesehen wird. Merz stellte infrage, ob die 2021 eingeführten telefonischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen das Problem verschärfen.
Der Kanzler schlug vor, das telefonische Verfahren in Deutschland abzuschaffen, da es seiner Meinung nach unnötige Fehltage begünstigen könnte. Zudem forderte er Gespräche mit dem Koalitionspartner SPD, um Wege zur Reduzierung der Krankschreibungen und zur Steigerung der Wirtschaftsleistung zu finden.
Die AOK, einer der größten deutschen Krankenversicherer, widersprach den Aussagen des Kanzlers. Das Unternehmen verwies darauf, dass nicht die telefonischen, sondern die elektronischen Krankmeldungen für die höheren gemeldeten Zahlen verantwortlich sein könnten. Bisher gibt es weder vom Bundestagspräsidenten Friedrich Merz noch von der Regierung offizielle Pläne, die 2021 beschlossene Regelung in Deutschland abzuschaffen.
Die Debatte über die Krankschreibungspraxis hält an, während beide Seiten unterschiedliche Standpunkte vertreten. Während Merz strengere Kontrollen zur Verringerung der Fehlzeiten in Deutschland fordert, sieht die AOK in veränderten Meldeverfahren eine mögliche Erklärung für die Entwicklung. Eine unmittelbare Kehrtwende in der Politik steht derzeit nicht in Aussicht.