11 January 2026, 18:10

Mainzer Karnevalstradition kehrt zurück: Die „Allerscheenste“ startet durch

Eine große Gruppe von Menschen sitzt an Tischen in einem Raum, ausgestattet mit Mikrofonen und Papieren, an einer Sitzung des griechischen Parlaments teilnehmend, mit Treppen und Geländern im Hintergrund und Deckenbeleuchtung.

Mainzer Karnevalstradition kehrt zurück: Die „Allerscheenste“ startet durch

Die „Allerscheenste“, eine traditionsreiche Karnevalsgesellschaft aus Mainz, hat eine schwierige Phase durchlebt. 2025 kündigte die Gruppe eine Pause ihrer Sitzungen an – bedingt durch schrumpfende Mitgliederzahlen. Nun will sie unter neuer Führung ihre Bräuche wiederbeleben und ihren Platz in der geliebten Fastnachtskultur der Stadt zurückerobern.

Gegründet 1986, machte sich die „Allerscheenste“ mit scharfsinnigen Reden und satirischen Abrechnungen mit dem lokalen Geschehen einen Namen. Ihr Symbol war ein Clown, und regelmäßig traf man sich im Augustinerkeller, einer historischen Kneipe in der Mainzer Altstadt. Alle drei Wochen fanden die Sitzungen statt – ohne Rednergebühren und mit strikter Nicht-Kommerz-Philosophie.

Fast vier Jahrzehnte lang verlieh die Gesellschaft den „Aller-Allerscheenste“-Preis an herausragende Persönlichkeiten des Mainzer Karnevals. Doch 2026 stellte sie ihre Aktivitäten komplett ein. Der Mangel an neuen, engagierten Mitgliedern – besonders an Darstellern – ließ die Zukunft ungewiss erscheinen. Die Pause enttäuschte viele Fans der traditionellen Fastnacht. Die Sitzungen der „Allerscheenste“ waren legendär für ihren unzensierten Humor und ihre tiefen Wurzeln im Wirtshauskarneval der Stadt.

Nun hat der neue Vorsitzende Holger Bartz die Rückkehr der Gesellschaft angekündigt. Er betont die Treue zu den ursprünglichen Werten: kein finanzieller Gewinn, nur Leidenschaft für die Tradition. Die Mitgliedschaft bleibt allen offen, die zu den regelmäßigen Treffen kommen. Der Beitrag liegt symbolisch bei nur 1,11 Euro pro Monat – ein Zeichen für den basisdemokratischen Geist der Gruppe.

Die „Allerscheenste“ hofft, ihre Reihen zu verstärken und die ikonischen Sitzungen wiederaufzunehmen. Mit neuem Fokus auf Gemeinschaft und Brauchtum will sie ihren Platz in der Mainzer Fastnachtslandschaft zurückgewinnen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob es gelingt, die nötigen neuen Mitglieder zu gewinnen, um wieder zu alter Stärke zu finden.