Mainz trauert: Prägende Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Sport verstorben
Emilia KönigMainz trauert: Prägende Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Sport verstorben
In den vergangenen Monaten sind mehrere prägende Persönlichkeiten aus Mainz und Rheinland-Pfalz verstorben. Ihr Wirken erstreckte sich über Politik, Kultur, Sport und Gesundheitswesen und hinterlässt in der Region bleibende Spuren. Jede und jeder von ihnen hat in ihrem jeweiligen Bereich Maßstäbe gesetzt.
In der Politik verlor Rheinland-Pfalz mit Bernhard Vogel eine prägende Figur der deutschen Landespolitik. Der ehemalige Ministerpräsident starb im Alter von 92 Jahren. Zwölf Jahre lang führte er Rheinland-Pfalz und hält mit insgesamt 23 Amtsjahren als Regierungschef in zwei Bundesländern den Rekord für die längste Amtszeit. Ein weiterer Verlust traf die Politik mit dem Tod von Herbert Mertin, dem FDP-Justizminister, der mit 66 Jahren verstarb. Er bekleidete das Amt zweimal – zunächst von 1999 bis 2006 und erneut von 2016 bis 2025.
Die Mainzer Fastnachtsgemeinschaft trauert um zwei Legenden. Dieter Wenger, der über 60 Jahre lang Chef-Wagengestalter des Mainzer Carneval-Vereins (MCV) war, starb mit 84 Jahren. Seine aufwendigen Rosenmontagsumzugswagen wurden zur festen Tradition. Auch Elisabeth Klöver, die Leiterin des MCV-Hofballetts, verstarb im Alter von 85 Jahren. Sie prägte Generationen von Tänzerinnen und Tänzern und war eine prägende Kraft der Fastnachtsfeiern in der Stadt.
Die Kultur- und Medienwelt verlor mit Ekkehardt Gahntz einen erfahrenen ZDF-Journalisten, der im Alter von 79 Jahren starb. Mehr als 25 Jahre lang prägte er mit seiner präzisen Berichterstattung die Nachrichten des Senders. Ulf Glasenhardt, Veranstaltungskoordinator im Kulturclub Schon Schön, verstarb unerwartet. Seit seinem Eintritt 2022 hatte er sich in den Kulturszenen von Mainz und Wiesbaden einen Namen gemacht. Ebenfalls verstorben ist Barbara Rupp, die von 1983 bis 2008 den Förderverein des Unterhaus leitete. Ihr Engagement im Hintergrund trug maßgeblich zum Erfolg der Spielstätte bei.
Der Sport muss zwei Verluste verkraften. Holger Bernhardt, ehemaliger Torwart von Mainz 05, kam bei einem Verkehrsunfall im Alter von 52 Jahren ums Leben. In den späten 1990er-Jahren stand er für den Verein zwischen den Pfosten. Sigurd Spielmann, Ehrenmitglied von Mainz 05, verstarb mit 90 Jahren – nach 70 Jahren Verbindung zum Club.
Auch im Gesundheitswesen und in der Advocacy-Arbeit hinterlassen Verstorbene eine Lücke. Der Onkologe Dr. Thomas Flohr wurde mit 57 Jahren als Arzt geschätzt, der Krebspatienten Hoffnung gab. Marita Boos-Waidosch, die Behindertenbeauftragte der Stadt Mainz, setzte sich unermüdlich für Barrierefreiheit und Inklusion ein.
Das Ableben dieser Persönlichkeiten markiert das Ende ganzer Epochen in ihren jeweiligen Bereichen. Ihr Wirken – ob in der Politik, Kultur, Medizin oder im Sport – hat Institutionen geprägt und Gemeinschaften inspiriert. Ihr Erbe wird in der Region noch lange sichtbar bleiben.