03 April 2026, 06:06

Linksextremer Gewalttäter wegen versuchten Mordes vor Gericht

Eine Gruppe von Menschen hält eine Fahne mit der Aufschrift "Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Linksextremer Gewalttäter wegen versuchten Mordes vor Gericht

Ein 23-jähriger linksextremer Gewalttäter muss sich seit dieser Woche wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten. Ihm werden mehrere Brandanschläge im vergangenen Oktober in Baden-Württemberg zur Last gelegt. Der Angeklagte Tobias K. soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit Molotowcocktails ein Auto, ein Wohnhaus sowie Einsatzkräfte angegriffen haben. Die Ermittler gehen von politischen Motiven und einer bewussten Lebensgefährdung aus.

Vor dem Landgericht Hechingen dreht sich der Prozess um die Vorfälle vom Oktober, als Tobias K. mutmaßlich das Fahrzeug der Partnerin des Unternehmers und ehemaligen AfD-Kommunalpolitikers Michael K. in Brand setzte. Anschließend soll er versucht haben, ein weiteres Brandgerät auf ein Haus zu werfen, in dem sechs Menschen schliefen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart sieht in den Taten linksextremistische Hintergründe.

Tobias K. hat eingeräumt, in jener Nacht mehrere Molotowcocktails gezündet zu haben. Zudem soll er Polizisten und Feuerwehrleute, die am Tatort eintrafen, angegriffen haben. In Vernehmungen gab er an, sein Verhalten sei durch Drogenkonsum beeinflusst gewesen, und bezeichnete AfD-Parolen als Provokation. Die Anklage hingegen argumentiert, er habe bewusst in Kauf genommen, andere zu verletzen.

Der Angeklagte bestätigte zwar eine Mitgliedschaft in der Linkspartei, bestreitet jedoch eine aktive Rolle in anderen politischen Gruppen. Das Gericht hat Verhandlungstermine an vier Tagen angesetzt; mit einem Urteil wird Mitte April gerechnet.

Entscheidend für den Prozess ist die Frage, ob es sich bei den Taten um geplante extremistische Gewalt oder um impulsive Handlungen unter Drogeneinfluss handelte. Bei einer Verurteilung drohen Tobias K. schwere Strafen wegen versuchten Mordes und Brandstiftung. Die Verhandlung läuft weiter, während die Staatsanwaltschaft einen klaren Zusammenhang zwischen seinen politischen Überzeugungen und den Anschlägen nachweisen will.

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