Laternenumzüge, Bolzplatz-Fußball und Maßanzüge: Was jetzt zum deutschen Kulturerbe zählt
Claudia SeidelLaternenumzüge, Bolzplatz-Fußball und Maßanzüge: Was jetzt zum deutschen Kulturerbe zählt
Deutschland hat neue Traditionen in seine Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Zu den jüngsten Ergänzungen zählen die Schaustellerkultur auf Volksfesten, die Fischerei in der Ostsee sowie die Herrenmaßschneiderei. Eine Konferenz der Kultusminister billigte die Anerkennung auf Empfehlung der Deutschen UNESCO-Kommission.
Staatsminister für Kultur Wolfram Weimer und die UNESCO-Kommission präsentierten die aktualisierte Liste. Neu aufgenommen wurden unter anderem die Laternenumzüge zu St. Martin im Rheinland, das Straßenfußballspiel auf dem Bolzplatz und das Handwerk der maßgeschneiderten Herrenmode. Auch die Schaustellerkultur auf Volksfesten erhielt offiziellen Status.
Die Kultusministerkonferenz gab den Zusatzanträgen schließlich grünes Licht. Allerdings blieben einige bekannte kulturelle Elemente unberücksichtigt: Weder der Döner Kebab noch unabhängige linksalternative Buchhandlungen fanden Aufnahme in die Liste.
In einem separaten Schritt strich Weimer kürzlich ein Übersetzungsprojekt für palästinensische Autorinnen und Autoren aus dem Berliner Hauptstadtkulturfonds. Diese Entscheidung löste Proteste von Kulturministern und Senatoren in acht SPD-geführten Bundesländern aus.
Die neuen Anmerkungen unterstreichen die Vielfalt der kulturellen Praktiken in Deutschland. Die Liste umfasst nun regionale Bräuche, Handwerkskünste und Gemeinschaftstraditionen. Unterdessen halten die Debatten über Förderentscheidungen und den Ausschluss anderer Kultursymbole an.






