Landkreis Schmalkalden-Meiningen ändert Altkleidersammlung radikal – was sich für Bürger jetzt ändert
Emilia KönigLandkreis Schmalkalden-Meiningen ändert Altkleidersammlung radikal – was sich für Bürger jetzt ändert
Landkreis Schmalkalden-Meiningen reformiert Altkleidersammlung
Nach schweren Turbulenzen auf dem Textilrecyclingmarkt ändert der Landkreis Schmalkalden-Meiningen seine Vorgehensweise bei der Sammlung gebrauchter Kleidung. Ziel der Behörden ist es, die Kosten zu senken und die Qualität der Spenden zu verbessern – durch eine Reduzierung der Annahmestellen und eine Zentralisierung der Sammlung.
Bisher konnten Anwohner alte Textilien in frei zugänglichen Containern im gesamten Kreisgebiet abgeben. Nun wurden viele dieser Behälter abgebaut, insbesondere in Meiningen, Zella-Mehlis und Teilen der Verwaltungsgemeinschaft Hohe Rhön. Die verbleibenden Sammelstellen werden künftig betreut und an zentralen Standorten eingerichtet, um die Spenden besser zu kontrollieren.
Eine der neuen Annahmestellen ist das Recyclingzentrum Kaltennordheim in der In der Aue 20. Es hat von Dienstag bis Samstag geöffnet, wobei sich die Öffnungszeiten täglich unterscheiden. Akzeptiert werden saubere, tragbare Kleidung, Schuhe, Bettwäsche, Handtücher sowie Accessoires wie Taschen oder Hüte. Stark verschmutzte Textilien, Teppiche, Matratzen und Hausmüll werden nicht mehr angenommen.
Hintergrund der Umstellung ist der Zusammenbruch des Secondhand-Textilmarkts. Wichtige Sortieranlagen sind insolvent gegangen, die Kosten sind gestiegen, und die Qualität der gesammelten Kleidung hat nachgelassen. Jährlich fallen im Landkreis rund 300 Tonnen Alttextilien an, deren Erlöse bisher halfen, die Abfallgebühren stabil zu halten. Für den Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Hohe Rhön werden weitere Anpassungen geprüft.
Ob andere thüringische Landkreise ein ähnliches Modell für die Textilsammlung übernehmen, ist noch nicht bekannt.
Das neue System setzt auf weniger, aber überwachte Sammelstellen, um die Materialqualität zu sichern. Bürger müssen künftig die Öffnungszeiten und die Annahmebedingungen prüfen, bevor sie Spenden abgeben. Der Landkreis erhofft sich von den Maßnahmen eine Stabilisierung der Kosten – trotz der anhaltenden Herausforderungen in der Recyclingbranche.






